Ausgabe: 2009/43, Weihbischof, Bischof, Ludwig Schwarz, Meldungen, Rom, Vatikan, Bischofskongregation
21.10.2009
Das Erdbeben war heftig: Als die Austria Presseagentur am 15. Oktober 2009 die Meldung verbreitetete, dass „laut gut informierten Kreisen Pfarrer Johann Gmeiner der neue Favorit für das Amt des Linzer Weihbischofs sein könnte“ war diese Nachricht – in Variationen – tags darauf auf den Titelseiten von KRONE und ÖON zu finden und stündlich im ORF. Über der Begeisterung, mit der man versucht hat, Pfarrer Gmeiner kirchenpolitisch einzuordnen, hat man ganz vergessen auf die nachprüfbaren Tatsachen zu schauen. Diözesanbischof Ludwig Schwarz hat stets betont, dass er auch nach den Turbulenzen um Pfarrer Gerhard M. Wagner einen Weihbischof zur Unterstützung haben möchte. Mitte Juni und Mitte Juli 2009 erklärte er gegenüber der KirchenZeitung, dass mit Rom vereinbart wurde mit einem neuerlichen Ansuchen zuzuwarten. Die Wartezeit war eher kurz als lang, denn die RUNDSCHAU weist in ihrer Sonntagsausgabe darauf hin, dass die Befragungen zu möglichen Weihbischofs-kandidaten bereits stattgefunden haben. Das heißt – wenn die „Spielregeln“ eingehalten wurden – erfolgte ein „Dreiervorschlag“ des Bischofs an den Vatikan. Dann wurde der päpstliche Nuntius in Wien mit Befragungen über einzelne Kandidaten beauftragt. Anschließend ging der Akt wieder nach Rom, wo sich auf dem Weg zwischen Staatssekretariat, Bischofskongregation und Schreibtisch des Papstes eine Entscheidung herauskristalliert. Zuletzt machte auch Bischof Schwarz selbst kein Geheimnis daraus, dass das Dossier nun wieder in Rom liegt. Das Verfahren ist offensichtlich in einem Stadium, in dem jederzeit ein neuer Weihbischof präsentiert werden kann.