Wacht auf! Seid wachsam! Das ist der Ruf, der die Christen im Advent ereilt. Doch zu dieser Zeit schmiegt er sich so leicht durch die Gehörgänge, dass er es schwer hat, sich darin festzusetzen. Zu aufdringlich mischen sich die Töne des Feierns und jahresendlicher Ausgelassenheit schon herein. Seid wachsam! Das ist auch die Botschaft zu Allerheiligen. Es ist geradezu das Fest der Wachsamen. Die Heiligen – das sind Menschen, die sich ihr ganzes Leben dem Ruf, wach zu sein, gestellt haben. Sie haben den „Advent“ – dass Christus kommen soll – nicht in die letzte Ecke des Jahres gerückt, um ihre Aufmerksamkeit ansonsten der Frage zu widmen, was es zu essen und zu trinken gibt und welche Freudendas Leben sonst bietet. Wachsamkeit war Programm ihres Lebens. Das Geheimnis, das zwischen der Menschwerdung Gottes und der Auferstehung Christ liegt, zeigt sich in den Heiligen. Da wird etwas deutlich. Weihnachten und Ostern laufen zusammen in diesen Wachen. Sie zeigen: Es ist möglich, die Gottesbotschaft tatsächlich mit dem eigenen Leben zu verknüpfen. Diese wachen, kritischen, oft widerständigen Geister sind Zeugen, wie es gemeint war mit der Menschwerdung Gottes – jetzt und nicht irgendwann.