Kopf der Woche: Reinhold Grausam, KAB-Bundesobmann
Ausgabe: 2009/44, Gold, Reinhold Grausam, KAB-Bundesobmann, KAB, Kopf der Woche, Arbeiterin, Arbeiter, Gold, Katholische Arbeitnehmer/innenbewegung, VOEST, Cardijn
28.10.2009
- Hans Baumgartner
„Jede Arbeiterin und jeder Arbeiter ist mehr wert als alles Gold der Welt.“ Dieses Wort von Joseph Cardijn ist für Reinhold Grausam so etwas wie ein Leitmotiv für sein Leben und Glauben. Seit Anfang Oktober ist er Bundesvorsitzender der Katholischen Arbeitnehmer/innen-Bewegung KAB.
Reinhold Grausam weiß, wie es in der Arbeitswelt zugeht. Seit 27 Jahren ist er in der VÖEST als Schichtarbeiter tätig. Als Vorarbeiter im Falzwerk ist es ihm wichtig, „dass wir ein gutes Miteinader haben. Ich bemühe mich, vorzuleben, wie man respektvoll und solidarisch untereinander umgeht.“ Das habe ihm auch als „einen, der in die Kirche geht“, den Respekt unter den eher kirchen-fernen Kollegen eingebracht. Er erinnere sich an einen jungen Mitarbeiter, dem er in einem Gespräch auch einiges über seine vom Glauben geprägten Ansichten erzählt hat. Ein halbes Jahr später habe der ihm gestanden: „Zuerst habe ich mir gedacht, so ein Depp! Aber jetzt, wo ich dich näher kenne, sehe ich, dass du es ernst meinst und recht hast.“
Heimat gefunden. Die enge Verbindung von Leben und Glauben ist es, warum sich Reinhold Grausam in der KAB engagiert. Deshalb organisiert er auch mitten in einer Betriebshalle seit zehn Jahren einen Gottesdienst zum 1. Mai. Über die VÖEST-Pfarre (Treffpunkt Mensch und Arbeit) habe er, der mit Ende der Schule zum Kirchengehen aufgehört hat, wieder eine Heimat in der Kirche gefunden. Seit 20 Jahren arbeitet er dort mit seiner Frau – auch in leitenden Aufgaben – engagiert mit. Von 2002 bis 2008 war er Vorsitzender der KAB in Oberösterreich. Sein Ziel ist es, dass das Wort von Cardijn auch gelebt wird und der Mensch in der Welt der Arbeit und der Wirtschaft mehr in den Mittelpunkt gerückt wird. Dazu will er als Christ beitragen.
Reinhold Grausam: „Ich will mich dafür einsetzen, dass man in der Arbeitswelt und in der Wirtschaft mehr auf den Menschen schaut, ganz gleich, wo er oder sie in der Rangordnung stehen. Wenn nach dieser Regel gelebt würde, könnte auch der menschenfreundliche Gott wieder in die Werkshallen einziehen.“