Ab 1. Jänner 2010 kommt die pauschale Fahrpreisermäßigung für 15- bis 21-Jährige im öffentlichen Verkehr in Oberösterreich. Zu verdanken ist das auch dem Einsatz der 20-jährigen Lydia Etzlstorfer.
Um die Öffis für Jugendliche attraktiver zu machen, hat Lydia Etzlstorfer im Rahmen einer Ausbildung des Jugend-Umwelt-Netzwerkes eine überparteiliche Unterschriftenkampagne für die Einführung einer pauschalen Jugendermäßigung im Postbus initiiert. Die Forderung: Für 15- bis 26-Jährige soll es nicht nur auf Schul- oder Arbeitswegen eine Fahrpreisermäßigung geben, sondern auch in der Freizeit.
Im Landtag beschlossen. Innerhalb weniger Wochen kamen im Frühjahr an die 2500 Unterstützungserklärungen für die Jugendermäßigung zusammen. Bald darauf wurde sie im Landtag beschlossen: Ab 1. Jänner 2010 wird die Fahrpreisermäßigung zumindest für 15- bis 21-Jährige in allen Linien des Oberösterreichischen Verkehrsverbundes eingeführt.„Immer nur ,sudern‘, aber nichts für bessere Zustände tun, ist einfach – muss aber nicht sein: Ich glaube, die Unterschriftenaktion hat gut gezeigt, dass jede(r) Einzelne auch Veränderungen bewirken kann und wir uns nicht immer nur auf die Politik ,verlassen‘ müssen!“, freut sich die Soziologie-Studentin über den Erfolg der Kampagne.
Ärger über Öffis. Dabei ist Lydias Engagement auch aus persönlicher Betroffenheit und Ärger über das undurchsichtige Tarifsystem entstanden. So kostet ein einziger Trip von ihrem Heimatort Neumarkt im Mühlkreis nach Linz und wieder retour über 8 Euro. Viel Geld für jemanden mit wenig oder gar keinem Einkommen. Aus Kostengründen greifen da viele Jugendliche lieber auf das eigene Auto oder das Elterntaxi zurück, beobachtete die Mühlviertlerin in ihrem Bekanntenkreis. Etzlstorfer: „Gerade jungen Menschen müssen Anreize geboten werden, den öffentlichen Verkehr als gute Alternative zum PKW wahrzunehmen, und gleichzeitig soll ihnen der Umweltgedanke mit auf den Weg gegeben werden.“
Noch nicht genug. „Als Schritt in die richtige Richtung“ wertet auch Mag. Norbert Rainer vom Klimabündnis OÖ die Fahrpreisermäßigung. Es bedürfe jedoch weiterer Maßnahmen, um den öffentlichen Verkehr für Jugendliche attraktiver zu machen. Rainer: „Übervolle Schulbusse führen dazu, dass junge Menschen später einmal nicht mehr öffentlich fahren wollen.“ Gefordert sei demnach mehr Komfort, Service und eine Verdichtung der Fahrpläne.