Ein islamischer Frauenchor (li.), Klezmer-Musik mit Paul Ch. Eisenberg (mi.) und christliche Choräle mit der Evangelischen Kantorei und dem Collegium Vocale Linz entführten am 22. Oktober in berührende Klangwelten. Tags zuvor diskutierten Vertreter der drei Religionen am Podium miteinander (re.).
Einen Trialog in Wort und Musik erlebten zahlreiche Zuhörer/innen in Linz. Bei zwei Veranstaltungen unter dem Motto „Die Erben Abrahams“ kam es zur Begegnung zwischen Judentum, Christentum und Islam. Mag. Helga Schwarzinger von der Diözese Linz organisierte diese Abende für die Kulturhauptstadt Linz09. Wo Menschen mit unterschiedlichen Glaubens- und Religionsgeschichten leben, braucht es bewusste Wahrnehmung und Anerkennung dieser Vielfalt. Was ist das Unverwechselbare der jeweiligen Religion? Dazu am 21. Oktober in der Hafenhalle etwas zu sagen, waren die vier Vertreter der drei abrahamitischen Religionen eingeladen – Juden, Christen (katholisch, evangelisch) und Muslime. – Es zeigte sich, dass die Ein-Gott-Religionen unterschiedliche Traditionen haben, im Grunde aber ein sehr ähnliches Gottesbild. Wer hat es dann wirklich gesagt, dass Gott ein Gott der Kleinen und Unscheinbaren ist? Wer, dass der Kern der Botschaft der Mensch ist? Oder dass die Religion diesseits und jenseits orientiert ist. Und wer, dass das Wort Gottes wichtig ist? Dass der Dekalog eine große Rolle spielt...? Spannend war die musikalische Begegnung in den Redoutensälen in Linz: Die unterschiedlichen Klangwelten, die sowohl in der Auswahl und Präsentation der Musikstücke als auch durch die verschiedenen Gruppen deutlich hörbar waren, zeigten die Vielfalt musikalischer und religiöser Traditionen in Europa auf. Fremdes und Vertrautes mischte sich in sehnsuchtsvolle Klänge. Der Wunsch nach Frieden und Segen für alle Völker beseelte diesen Abend.