Mit rund 10.000 Betten sind die österreichischen Ordensgemeinschaften der größte Spitalsbetreiber des Landes. Jeder fünfte Spitalspatient wird in einem Ordenskrankenhaus versorgt. Ob die Orden diese Leistung auch in Zukunft erbringen können, ist ohne Änderung der gegenwärtigen öffentlichen Finanzierungspraxis höchst ungewiss. Obwohl mehrere Untersuchungen belegen, dass die Ordensspitäler bei der medizinischen Versorgung, bei der Patient/innen-Zufriedenheit und der Kosteneffizienz zu den besten gehören, werden sie von der öffentlichen Krankenhausfinanzierung systematisch benachteiligt. So mussten die konfessionellen Krankenhausträger in den vergangenen zehn Jahren für den Abgang beim laufenden Betrieb 130 Millionen Euro aus der eigenen Tasche zuschießen. Dazu kommen weitere 170 Millionen Euro an Investitionen in Gebäude und medizinische Ausstattung. Während die öffentlichen Ordensspitäler zwar an alle Auflagen und Gesundheitspläne der Länder gebunden sind, werden sie bei der Abrechnung von Leistungen und der Refundierung von Abgängen gegenüber Gemeinde- und Landeskrankenhäusern benachteiligt. „Wir wollen nicht dauernd betteln, sondern ein gerechtes, kostendeckendes System, damit wir unseren öffentlichen Auftrag auch erfüllen können“, sagt Sr. Josefa Michalitsch von der „Vinzenzgruppe“.