Irmgard Pachler und Waltraud Staudinger, laienhelferinnen von pro mente, vor dem Haus, in dem der Club untergebracht ist: Lebzelter Haus, Psychisch kanken Menschen
Seit mehr als 28 Jahren sind Irmgard Pachler aus Schlatt und Waltraud Staudinger aus Weyregg mit ihrem wöchentlichen Club für Menschen in psychischer Not eine wichtige Stütze. Die beiden sind pro-mente-Laienhelferinnen. 2008 erhielten sie den Solidaritätspreis.
„Ich komme, damit ich nicht so einsam bin“, sagt Inge. Sie besucht regelmäßig den Club, zu dem die beiden Laienhelferinnen von pro mente, Waltraud Staudinger und Irmgard Pachler, wöchentlich Menschen mit psychischen Problemen nach Vöcklabruck einladen. Rudi, der „nervlich angeschlagen“ ist, wie er sich selbst beschreibt, schätzt das Vertrauen und die Gesellschaft an diesem geschützten Ort. Ähnlich beschreibt es Heidemarie: „Hier kann ich etwas erzählen, ohne ausgelacht zu werden.“ Und Martina ist froh, dass sie durch das Angebot der beiden Laienhelferinnen Stütze in Lebenskrisen findet.
Die Menschen ernst nehmen. Seit über 28 Jahren machen Waltraud Staudinger und Irmgard Pachler in schon sehr entwickelter Form, was jede/r Einzelne in einfacher Weise im Umgang mit Menschen in psychischer Not nachmachen kann: Anhören, die Krankheit ernst nehmen, die Menschen so annehmen, wie sind. Im Lauf der Zeit wuchsen sie in ihrer Aufgabe. Und sie mussten auch lernen, sich abzugrenzen. Pro mente unterstützt die Laienhelferinnen, etwa durch die monatliche Supervision. Staudinger und Pachler wissen, dass sie nicht Verantwortung für das Leben anderer übernehmen können. Aber sie können einen Ort anbieten, an dem die Menschen nicht einsam sind, wenn ihre Seele Hilfe braucht, an dem sie reden können, ohne Angst haben zu müssen, dass das bald die Runde macht. Einen Ort, der sie stützt.
Ratschläge wie Schläge. Bis zu zwölf Menschen besuchen den Club (am Donnerstag von 17 bis 19.30 Uhr im Lebzelter-Haus nahe des Vöcklabrucker Stadtplatzes). Es sind Leute, für die die noch immer zu hörenden Hilflosigkeiten der Umgebung – „Jetzt reiß dich einmal zusammen, du hast doch alles, was lässt du dich so hängen“ – alles andere als eine Hilfe sind. Das sind keine Ratschläge, es sind Schläge.
Brücken ins tägliche Leben
Um Menschen mit psychischen Problemen vor wachsender Vereinsamung zu bewahren, sucht pro mente Oberösterreich für den Raum Linz ehrenamtliche Helfer/innen – sogenannte Laienhelfer/innen. Diese unterstützen Menschen mit psychischen und sozialen Problemen, ihre Isolation zu durchbrechen und wieder Brücken ins tägliche Leben zu bauen. Die Laienhelfer/innen besuchen die Menschen daheim, führen persönliche Gespräche, begleiten beim Einkaufen, gehen mit ins Kino, unternehmen andere Freizeitaktivitäten gemeinsam mit den von ihnen betreuten Menschen ... oder bieten wie Frau Staudinger und Frau Pachler einen Club an.
- Norbert Voglmayr, Organisator der Laienhilfe von pro mente OÖ in Linz,Tel. 0676/39 23 512; E-Mail: n.voglmayr@aon.at
Einladung, Personen und Initiativen vorzuschlagen
Die KirchenZeitung schrieb zum Nationalfeiertag wieder den Solidaritätspreis aus. Der Preis wird am 15. Mai 2010 verliehen, zum siebzehnten Mal seit 1994. In den drei Kategorien Einzelpersonen – Initiativen und Gruppen – Junge Projekte werden insgesamt maximal neun Preise vergeben. Die Einreichfrist endet am 15. Februar 2010. Vorschläge können Sie formlos einreichen oder Sie verwenden – ab Mitte November – den Einreichfolder oder Sie wählen den Weg über das Internet:
Experten, Betroffene und Angehörige kommen im November bei einer Veranstaltungsserie zu Wort, die die Situation von Menschen mit psychischer Not (Depression, Burn-out ...) zur Sprache bringt und vor allem aufzeigt, welche Hilfe und Unterstützung möglich ist.
„Erste Hilfe für die Seele“ ist der Titel der fünf Abende, zu der mit der KirchenZeitung eine breite kirchliche und außerkirchliche Trägergemeinschaft (siehe unten) in fünf verschiedene Orte Oberösterreichs einlädt:
- am Di., 3. November nach Munderfing, - am Fr., 6. November nach Eferding, - am Di., 10. November nach Pfandl, - am Mi., 11. November nach Reichenau - am Di., 17. November nach Schlierbach.
Veranstaltungs-Raum ist immer der Pfarrsaal, ausgenommen am 17. November in Schlierbach. Hier wird die Zukunftsakademie SPES die Veranstaltung beherbergen. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei!
Die Veranstaltergemeinschaft – Exit sozial, pro mente OÖ, Telefonseelsorge, Behindertenseelsorge, Caritas invita, NO LIMITS und KirchenZeitung sowie die örtliche Pfarre bzw. SPES – wollen mit der Veranstaltung Mut machen, die psychische Not wahrzunehmen, und Impulse geben, was Betroffene und ihre Umgebung tun können:
- Wo gibt es Hilfe? - Was kann man selbst tun? - Wann ist professionelle Hilfe wichtig?