Rund 85 verschiedene Formen von Schlafstörungen unterscheiden Mediziner/innen. Der Großteil davon ist nicht organisch bedingt, sondern auf andere Einflüsse zurückzuführen.
Ungefähr ein Drittel unseres Lebens sollten wir gut schlafend verbringen. Durchschnittlich brauchen Erwachsene sieben bis acht Stunden Schlaf, es gibt aber Menschen, die mit vier Stunden Schlaf auskommen, und andere, die zehn Stunden schlafen müssen, um fit und ausgeschlafen zu sein.
Zum Arzt. Schlafstörungen sind der dritthäufigste Grund, warum Menschen zum Arzt gehen. Oft warten sie damit aber Jahre. „Wenn dreimal pro Woche oder länger als einen Monat der Schlaf schlecht ist, sollte man den Arzt aufsuchen“, sagt OA Dr. Christoph Röper vom AKh in Linz, wo er das Schlaflabor leitet.
Therapie. Er sieht, dass Schlafstörungen meistens mehrere Ursachen haben: „Sehr häufig geht bei Betroffenen eine erhöhte körperliche Angespanntheit mit erlerntem Fehlverhalten, das Schlafen verhindert, einher.“ Sie haben verlernt, beim Zubettgehen „abzuschalten“. Als Therapie wird „Schlafhygiene“ geübt. Patienten bekommen Regeln, mit denen sie Ordnung in ihr Schlafverhalten bringen sollen. Es können aber weitere Therapien, auch mit Medikamenten, folgen.
Im Labor. Betroffene werden in der Schlafambulanz gründlich untersucht, körperlich und mittels Fragebogen. Bei Bedarf gibt es einen Termin im Schlaflabor. Dort verbringen die Patienten zwei Nächte. Die erste eher, um sich an die Situation zu gewöhnen. Die Nacht wird gefilmt und „abgehört“, Atmung, Herz-Kreislauf und Körperlage werden geprüft, Herzströme und Gehirnströme gemessen.
Guter Schlaf. Dr. Christoph Röper gibt auch einige „Geheimnisse“ für guten Schlaf preis:
- Den täglichen Schlafbedarf decken. - Regelmäßigen Schlafrhythmus einhalten. - Eine bequeme Schlafstätte wählen. - Die Schlafumgebung sollte angenehm sein (wenig Licht und Lärm). - Auf die Ernährung achten. Keine schweren Speisen am Abend. - Schlafstörende Substanzen meiden: Kaffee, Drogen, Alkohol (erleichtert zwar das Einschlafen, aber lässt immer wieder aufwachen!). - Stress vor allem am Abend meiden – ein Zu-Bett-geh-Ritual einplanen. - Keine anstrengenden Aktivitäten vor dem Schlaf – „zwei bis drei Stunden Pause vom Nachmittags-Spaziergang“. - Tagsüber wach sein, bis auf den kurzenMittagsschlaf.
Zu wenig Schlaf
Die einen schlafen zu wenig, andere wachen immer wieder auf, es dauert zu lange, bis sie einschlafen, oder sie wachen auf, bevor sie ausgeschlafen sind. Die Folgen sind bei allen gleich: - Sie fühlen sich nicht gut beim Aufstehen, die Nacht war „zu kurz“. - Sie sind tagsüber müde, gereizt. - Die körperliche und geistige Leistung nimmt ab, bis zu Herz-Rhythmus-Störungen und psychischen Störungen. - Das Unfallrisiko steigt. - Bei Kindern und Jugendlichen können Lern- und Wachstumsstörungen folgen.
Absolut notwendig
Schlaf ist für Menschen absolut notwendig. Anders als Bewusstlosigkeit ist er ein aktiver Zustand. Im REM-Schlaf ist das Gehirn aktiver als im Wachzustand. Wer in der REM-Phase (engl. Rapid Eye Movement – etwa: Rasche Augen-Bewegung) aufwacht, erinnert sich meistens an den eben geträumten Traum. Im Schlaf wechseln wir in Zyklen zwischen leichtem Schlaf bis Tiefschlaf. Schlaf ist wichtig für das Immunsystem – man kann sich tatsächlich „gesundschlafen“, Zellen werden erneuert („Schönheitsschlaf“) und er wirkt positiv auf Befindlichkeit und Vitalität.