Männer und ihre Rolle in der Gesellschaft und in der Partnerschaft sind Themen bei der Männer-Vortragsreihe der Katholischen Männerbewegung, die heuer zum 13. Mal veranstaltet wird.
Alle wollen es haben, niemand weiß, was es genau ist: Glück. Der Philosoph und Kritiker Franz Schuh aus Wien wird seine Sicht darüber im Wissensturm in Linz erläutern.
„Aufstehen und weggehen, das ist Glück“, dieses Zitat von Peter Handke schickt Franz Schuh als Definition von Glück voraus. Der Philosoph und Kritiker Franz Schuh ist einer der Referenten bei der Männer-Vortragsreihe 2009 der Katholischen Männerbewegung (KMB). Ein philosophisches Thema ist bei der Vortragsreihe eher die Ausnahme. Der Handke-Satz ist für Schuh ein „ganz großer Satz um 1. zu zeigen, dass Menschen sich bemühen, über das Glück Definitionen zu finden, und dass das 2. nicht geht“. Glück ist für jede/n etwas anderes, die Menschen können sich nicht einmal darauf einigen, was Unglück sei.
Nicht planbar. Schuh sieht, dass der Begriff „Glück“ Hochkonjunktur hat. Das hat für ihn mit der Wirtschaftskrise zu tun, denn: „Krise heißt, dass man das Leben nicht planen kann, und dann braucht man Glück.“ Dieses Glück wird von manchen auch manipuliert, wenn etwa in Fernsehshows Arbeitslose eingeladen werden, die dann von einem Unternehmer im Publikum einen Job angeboten bekommen. Der Fernsehsender wird zum „Glücksbringer“, um selbst besser dazustehen.
Glück zu zweit. Welches Glück oder Unglück sich Männer und Frauen bringen können, ist für Schuh „generell bekannt“: von der Trennung bis zum Schlechtmachen des Partners/ der Partnerin in Gesellschaft oder dem Zurückweisen des Begehrens. Dass Männer und Frauen sich gegenseitig Unglück antun können, liegt für Schuh daran, dass sie für den jeweils anderen ein „Glücksversprechen“ darstellen, „und es gibt ja, wie man uns beibringt, auch die geglückte Beziehung“.
- Wissensturm der Stadt Linz (gegenüber Bahnhof), jeweils Montag, 19 Uhr. Termine: 16. 11. (Männer und Gesundheit: (k)ein Widerspruch?!, Dr. Christian Scharinger), 23. 11. (Arme Frauen, reiche Männer. Hat Armut ein Geschlecht?, Mag. Martin Schenk) und 30. 11. (Männer und Glück, Dr. Franz Schuh), Eintritt: Euro 7,– bzw. Euro 3,50.