Ausgabe: 2009/46, Befreiung, Siggi Hofer, Msgr. Otto Maurer Preis, Kunst, Leidenschaft, Wien, Südtirol, Gott ist aus Gold, Heimat, Architektur, Menschen
11.11.2009
- Susanne Huber
Am 17. November wird Siggi Hofer für seine bisherigen Werke mit dem „Msgr. Otto Mauer Preis 2009“ ausgezeichnet. Der gebürtige Südtiroler lebt in Wien. Er bezeichnet sich als „inkonsequenten Künstler“.
Die Kunst ist seine Leidenschaft. Siggi Hofer zeichnet und malt, formt Skulpturen, fotografiert, gestaltet großformatige Papierarbeiten und drückt seine Kunst auch durch Modellbauten, Videos, Performances und Texte aus; oft mit spielerisch ironischen Komponenten. Zentrale Themen sind dabei z. B. Heimat, Architektur, Menschen; Sehnsüchte, Ängste und Freiheiten. Oder auch die Frage nach der Existenz, mit der er sich etwa in seiner Ausstellung „Gott ist aus Gold“ beschäftigt hat, die im Herbst in einer evangelischen Kirche in Stuttgart zu sehen war. Aufgestellt war u. a. ein Objekt von Holzhäusern, auf dem „Gott ist aus Gold“ stand. „Mit dem Titel habe ich versucht, Existenzfragen aufzuwerfen und darauf zu verweisen, was es bedeutet, wenn Gott aus Gold ist. Natürlich denkt man auch ans Goldene Kalb“, so der Südtiroler aus Bruneck.
Künstlerische Entwicklung. Schon als Kind hat Siggi Hofer lieber gezeichnet als mit seinen drei Geschwistern ferngeschaut. „Für mich war das Malen lange Zeit auch eine therapeutische Komponente. Später habe ich mich davon ein bisschen verabschiedet, eine Lehre als Verkäufer gemacht und vier Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Doch der Drang, mich persönlich in Richtung Kunst zu befreien, ließ mich nicht los.“ So ging Hofer 1991 nach Graz an die Meisterschule für Malerei. „Ich habe dort eine sehr gute Ausbildung genossen bei Gerhard Lojen, der für meine künstlerische Entwicklung besonders wichtig war.“ Ausgewählte Arbeiten des Künstlers werden vom 20. November bis 20. Dezember im Wiener Jesuiten-Foyer ausgestellt.
Siggi Hofer: „In meinen künstlerischen Werken verfolge ich keinen konsequenten Weg, sondern ich versuche immer darüber nachzudenken, was gerade ansteht im Leben und welcher Sinn dahinter stecken könnte. So entstehen oft collageartige, unterschiedliche Bilder, Zeichnungen oder Objekte.“