Munderfing, Eferding, Pfandl, Reichenau und Schlierbach. Diese Pfarren bzw. - in Schlierbach - das Bildungshaus SPES waren Gastgeber der Veranstaltungsserie „Erste Hilfe für die Seele“, die von KirchenZeitung, pro mente, EXIT-sozial, Caritas invita, TelefonSeelsorge, Behindertenseelsorge und No Limits organisiert wurde.
Das Interesse an Information und Gespräch zu Depression, Burn-out . . . war groß. Alleine im Pfarrsaal Reichenau wurden am 11. November 110 Gäste gezählt! Insgesamt kamen weit über 400 Menschen zu den Veranstaltungen.
Experten, Betroffene und Angehörige
Die Themenbereiche Depression, Burn out, und andere psychische Krisen stoßen auf großes Interesse, denn viele sind betroffen. Etwa jeder siebte Mensch in Österreich leidet im Lauf seines Lebens einmal an einer Depression, berichten die Experten von pro mente und EXIT-sozial in ihren Impulsreferaten, die in das Thema des Abends einführen. Die VertreterInnen der Telefonseelsorge bestätigen, dass immer mehr Menschen die Nummer 142 (Notruf der TelefonSeelsorge) wählen, besonders in den Abendstunden.
Wenn Angehörige von Menschen mit psychischen Erkrankungen und Betroffene selbst – am Podium und im Publikum – von ihren schlimmen Erfahrungen und davon erzählen, was ihnen geholfen hat und was ihnen Stütze ist, kann es vielen im Saal Hoffnung geben, die sich in ähnlichen Situationen erleben. In gleicher Weise machen die Informationen der Experten von pro mente, EXIT-sozial und TelefonSeelsorge Mut zum offenen Umgang mit psychischen Krisen. Wichtig ist: reden, zuhören, im Gespräch bleiben!
Depressionen
Rund 1400 Menschen nehmen sich in Österreich jedes Jahr das Leben. Etwa 200 sind es allein in Oberösterreich. Depressionen sind dabei der häufigste Grund für Selbsttötung. Es beginnt oft einfach mit Traurigkeit und Niedergeschlagenheit. Ein Todesfall kann der Anlass sein oder dass jemand die Arbeit verloren hat. Probleme in der Partnerschaft sind häufige Depressions-Auslöser. Der Lebensmut sinkt. Das Aufstehen fällt schwer. Allmählich kommen körperliche Symptome dazu. Schwindel, Atemnot, Brustschmerzen.
Zuhören stärkt
Das Wichtigste, was Angehörige und Freunde einem depressiven Menschen gegenüber tun können, ist das Zuhören. Zuhören stärkt die Zugehörigkeit zum Leben. Das Wichtigste, das Betroffene tun können, ist, Hilfe zu suchen, etwa in den Beratungszentren. „Ich hab lange gebraucht, bis ich dazu gestanden bin, dass ich Hilfe brauche“, erzählte eine psychisch kranke Frau in einer der Veranstaltungen.
Jede/r kann begleiten
„Ein bisschen Zeit!“ Das ist der Hauptwunsch vieler Menschen, die bei der TelefonSeelsorge anrufen. Es gibt die menschliche Begleitung, die jeder machen kann, ermutigte Roman Leitner von der TelefonSeelsorge, auf depressionsgefährdete Menschen zuzugehen; etwa, wenn jemand einen Angehörigen verloren hat. Es gilt, das Wieder-Hineinfinden in die Gesellschaft zu erleichtern. „Die Liebe Gottes soll durch uns selbst, nicht durch viele Worte, mitgeteilt werden“, betont Leitner.
Wer hilft wie?
KirchenZeitung, Sozialressort des Landes OÖ und Arbeiterkammer haben 2008 die Broschüre „Wer hilft wie?“ in fünfter Auflage herausgebracht. Sie kann bei den drei genannten Stellen kostenlos bezogen werden. Die TelefonSeelsorge betreut dazu die Internetversion: www.werhilftwie.at
Adressen
TelefonSeelsorge Notruf 142 (landesweit ohne Vorwahl und kostenlos)
Rat und Hilfe bei Suizidgefahr: 0810/ 977 155
Kriseninterventionszentrum von pro mente, Tel. 0732/2177
Notruf von pro mente, Tel. 0732/65 10 15 Pro mente führt psychosoziale Beratungsstellen in Bad Ischl, Bad Zell, Braunau, Enns, Freistadt, Gmunden, Grieskirchen, Kirchdorf/Krems, Linz, Mondsee, Perg, Peuerbach, Ried i. I., Rohrbach, Schärding, Steyr, Traun, Vöcklabruck, Wels, Weyer und Windischgarsten
Krisenintervention, Krisentelefon und Krisenzimmer von EXIT-sozial: Tel. 0732/719 719
EXIT sozial führt Psychosoziale Zentren in Bad Leonfelden, Eferding und Linz-Urfahr