Kopf der Woche: Sr. Marco Gneis, Romero-Preisträgerin
Ausgabe: 2009/47, Marco Gneis, Mission, Südafrika, Romero-Preisträgerin, Sr. Marco Gneis, Mariannhill, Hebamme, Männerbewegung,
18.11.2009
- Susanne Huber
Sieben Jahre ist es her, seit Schwester Marco Gneis (67) in Österreich war. Am vergangenen Freitag ist die Burgenländerin in Eisenstadt mit dem „Oscar-Romero-Preis 2009“ der Aktion „Sei so frei“ der Katholischen Männerbewegung ausgezeichnet worden.
Lieber wäre ihr gewesen, das Fluggeld von Südafrika nach Österreich und retour für den Kauf von Maismehl zu verwenden, das die Frauen im Selbsthilfezentrum „Jabulani“ dringend brauchen. Doch dann hat sich die Missionarin Marco Gneis doch entschlossen, zur Preisverleihung zu kommen. „Es ist ja nicht nur für mich eine Ehre, sondern auch für all die Frauen, die sich in ,Jabulani‘ engagieren.“
In die Mission. Schwester Marco wollte immer in die Mission gehen, nicht unbedingt ins Kloster. „Aber dann hat mich der liebe Gott doch geholt“, sagt die Burgenländerin und lacht herzhaft. Nach einem schweren Unfall trat sie mit 17 Jahren in den Orden der Schwestern vom Kostbaren Blut in Wernberg ein. Ein paar Jahre später ging es dann in die Mission. „In Südafrika habe ich Krankenpflege gelernt und eine Ausbildung zur Hebamme absolviert. 14 Jahre war ich dann Stationsschwester im ,Kinderzimmer‘ im St. Mary’s Hospital in Mariannhill.“ 1988 ist auf ihre Initiative das Selbsthilfezentrum Jabulani errichtet worden, das von Armut bzw. Aids betroffene Frauen unterstützt. „Ich habe dort ein unglaublich gutes Team von fünf Frauen und einem Mann. Allie ist meine rechte Hand und war von Anfang an dabei. Ohne ihn und auch viele andere hätte ich das alles nicht schaffen können.“ Zurzeit wohnt Gneis vorübergehend bei ihrer Cousine in Rattersdorf. Am 24. November geht es wieder zurück nach Mariannhill. „Ich zähle schon die Stunden. Südafrika ist mein Zuhause.“ (siehe Thema)
Schwester Marco Gneis: „Die Missionsstation Mariannhill in Südafrika war immer für die schwarze Bevölkerung da und hat viel zum Aufbau des Landes beigetragen.“