Inge Loidl hat die Katholische Frauenbewegung in turbulenten Zeiten geleitet und geprägt
Ausgabe: 2009/47, Frauen, Loidl, KFB, Frauenbewegung, Projekt, Wiener
18.11.2009
Von 1968 bis 1992 hat Inge Loidl die Katholische Frauenbewegung (kfb) Oberösterreich geleitet. Noch heute bekommt sie Post von Frauen, die sich an Worte von ihr erinnern.
Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, im Jahr 1968, hat Inge Loidl (geb. 1926) den Vorsitz der kfb Oberösterreich übernommen. Dass sich der Kinderwunsch für die studierte Volkskundlerin und Geschichtswissenschafterin nicht erfüllt hat, war für Inge Loidl schmerzlich. Ihre Projekte in der kfb – vor allem der Familienfasttag – wurden ihre „Kinder“. Einige Male hat sich Loidl selbst ein Bild von der Armut in Indien gemacht und darauf bestanden, dass die Frauen in der Diözese nicht nur Suppe servieren und Geld sammeln, sondern auch zum Thema geschult werden.
Mittelweg. Ihr Partner in der Arbeit für die Frauen war Prälat Josef Wiener, geistlicher Assistent der kfb-OÖ. Er verstand sich als Platzmacher für Frauen in der Hierarchie der Kirche, auch in Gremien auf diözesaner Ebene. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil war ein Aufbruch zu spüren. Laien, vor allem Frauen, fühlten sich in ihrem Wirken in der Kirche bestärkt. Für die Vorsitzende der kfb bedeutete das: „Einen Mittelweg zu finden zwischen Ultrakonservativen, die das Zweite Vatikanische Konzil bedauerten, und Superfeministinnen, die sich zur Priesterweihe entschlossen haben.“ Manche Themen, etwa in den frühen 1980er-Jahren, muten recht aktuell an: Die Rolle der Mütter muss verbessert werden, aber die Väter dürfen nicht ausgeklammert werden, auch über die Gesamtschule wurde diskutiert ...
- Buchtipp: Teresa Kaineder, Inge Loidl und die kfb, Frauen gestalten Kirche und Welt, Edition Geschichte der Heimat, Euro 18,50.