Das Bekenntnis zum Frommsein hat Elisabeth von Thurn und Taxis viel mediales Echo beschert. Sie vertritt ein konservatives Kirchenbild und lehnt etwa die Handkommunion aus hygienischen Gründen ab.
Eine Adelige und bekennende Katholikin schreibt ein Buch über ihren Glauben und die Volksfrömmigkeit. Und jung ist sie obendrein noch. Das genügte, um in den deutschsprachigen Medien eine enorme Aufmerksamkeit zu erzielen, die besonders durch den „Wetten dass ..?“-Auftritt der Prinzessin nochmals angefeuert wurde. Um welche Inhalte es in dem Buch wirklich geht, ist in der Berichterstattung meistens ein Randthema.
Die Leiden in der Fastenzeit. Dabei lohnt ein genauerer Blick in das Buch, mit dem Elisabeth von Thurn und Taxis den katholischen Glauben wieder populärer machen will. In 30 kurzen Kapiteln schreibt die 27-jährige Prinzessin über Themen wie Gebet, Schutzengel, Fegefeuer und Beichten. Eine unterhaltsame Form, in der die prominente Katholikin den Leser/innen ihr Glaubensleben näherbringt. Etwa über die Leiden der jungen Prinzessin in der Fastenzeit, wenn sie auf ihren geliebten Kaffee verzichtet, oder wie ihr das Rosenkranzbeten in schwierigen Lebenssituationen hilft. „Der Rosenkranz ist also ein Allheilmittel, ein Powergebet, ein Beruhigungsmittel oder auch einfach ein guter Zeitvertreib.“
Seltsame Logik. Das Vorhaben der Prinzessin, den katholischen Glauben sinnlich und anschaulich zu vermitteln, ist durch die vielen persönlich gefärbten Geschichten gelungen. Mit der Glaubwürdigkeit ihrer Anliegen ist damit aber schon Schluss. Dass Katholischsein jugendlich oder gar cool rüberkommt, wie es ein Ziel der Autorin ist, muss stark bezweifelt werden. So spricht sich die Prinzessin klar für die Mundkommunion aus. Das mag legitim sein, die Argumente dafür sind jedoch abenteuerlich: „Es erscheint mir unbegreiflich, den Leib Christi in meine ungewaschenen Hände gelegt zu bekommen. Es mag wohl an meinem hygienischen Bewusstsein liegen, aber ist nicht die Hand ein großer Bakterienherd?“ Eine eigene Logik verfolgt die Prinzessin auch, was die lateinische Messe betrifft. Der Vorteil dieser Form sei, schreibt sie sinngemäß: Wenn keiner etwas von dem Gottesdienst versteht, seien alle Gläubigen auf der Welt gleichberechtigt.
Modische Hülle. Thurn und Taxis ist immer wieder sichtlich um die Relativierung ihrer konservativen Ansichten bemüht.„Ich möchte wirklich nicht wie eine Oma klingen“, schreibt sie an einer Stelle. Die meisten Großmütter müssen im Vergleich mit der Prinzessin sehr modern und fortschrittlich wirken. Ein eher mäßiges Buch, das dennoch Vorlage für interessante Glaubensdiskussionen sein könnte.