3. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr C), 24. Jänner 2010
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20.01.2010
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„Dieses Buch kann man nicht lesen. man kann es nur tun. Es ist kein Buch. Es ist eine Lebensmacht.“ (Reinhold Schneider) Die Freude an Gott und seinem offenbarten Wort sei eure Stärke, so der Schriftgelehrte Esra. Gemeinsam gelebt, gegenseitig getragen und gehalten, in aller von Gott geschenkten Vielfalt, kann dieses Gotteswort zur Lebensmacht werden.
Evangelium
Lk 1, 1–4. 4, 14–21
Schon viele haben es unternommen, einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfüllt hat. Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren. Nun habe ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es für dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben. So kannst du dich von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen, in der du unterwiesen wurdest. [. . .] Jesus kehrte, erfüllt von der Kraft des Geistes, nach Galiläa zurück. Und die Kunde von ihm verbreitete sich in der ganzen Gegend. Er lehrte in den Synagogen und wurde von allen gepriesen. So kam er auch nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Schrift vorzulesen, reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja. Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heißt: Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. Dann schloss er das Buch, gab es dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.
1. Lesung
Neh 8, 2–4a. 5–6. 8–10
Am ersten Tag des siebten Monats brachte der Priester Esra das Gesetz vor die Versammlung; zu ihr gehörten die Männer und die Frauen und alle, die das Gesetz verstehen konnten. Vom frühen Morgen bis zum Mittag las Esra auf dem Platz vor dem Wassertor den Männern und Frauen und denen, die es verstehen konnten, das Gesetz vor. Das ganze Volk lauschte auf das Buch des Gesetzes. Der Schriftgelehrte Esra stand auf einer Kanzel aus Holz, die man eigens dafür errichtet hatte. [. . .] Esra öffnete das Buch vor aller Augen; denn er stand höher als das versammelte Volk. Als er das Buch aufschlug, erhoben sich alle. Dann pries Esra den Herrn, den großen Gott; darauf antworteten alle mit erhobenen Händen: Amen, amen! Sie verneigten sich, warfen sich vor dem Herrn nieder, mit dem Gesicht zur Erde. [. . .] Man las aus dem Buch, dem Gesetz Gottes, in Abschnitten vor und gab dazu Erklärungen, so dass die Leute das Vorgelesene verstehen konnten. Der Statthalter Nehemia, der Priester und Schriftgelehrte Esra und die Leviten, die das Volk unterwiesen, sagten dann zum ganzen Volk: Heute ist ein heiliger Tag zu Ehren des Herrn, eures Gottes. Seid nicht traurig, und weint nicht! Alle Leute weinten nämlich, als sie die Worte des Gesetzes hörten. Dann sagte Esra zu ihnen: Nun geht, haltet ein festliches Mahl, und trinkt süßen Wein! Schickt auch denen etwas, die selbst nichts haben, denn heute ist ein heiliger Tag zur Ehre des Herrn. Macht euch keine Sorgen; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.
2. Lesung
1 Kor 12, 12–14. 27
Denn wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: so ist es auch mit Christus. Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt. Auch der Leib besteht nicht nur aus einem Glied, sondern aus vielen Gliedern. [. . .] Ihr aber seid der Leib Christi, und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm.
wo zeigst du dich
wo unter den Dächern zeigst du dich, Gott wo scheinst du auf, wo begegnest du alltäglich nah [. . .] die Sehnsucht ist der Anfang von allem der Traum von Nähe, Geborgenheit und Glück lässt uns nicht ruhen, Gott unser Leben zu erzählen ermutigt uns dem Schwachen Raum zu geben das Einfache wertzuschätzen, die Fragen auszusprechen wir hören nicht auf zu bitten, zweifeln, hoffen, gehen angekommen bei uns selbst und bei dir gibst du dich zu erkennen die Spuren unseres Suchens werden hell: du warst da – du bist da
Almut Haneberg
Wort zum Sonntag
Mir ist nichts Besseres eingefallen!
Vor einigen Wochen waren die Schülerinnen und Schüler der 2. Klasse Hauptschule in die Pfarre eingeladen worden, um sich für die Firmvorbereitung anzumelden. Am nächsten Tag erzählten sie im Religionsunterricht davon. Unter anderem berichtete einer, dass er gefragt wurde, warum er sich firmen lassen will. Neugierig fragte ich, was er gesagt habe und bekam zur Antwort: „Weil ich näher bei Gott sein will!“ Da deutete mir ein anderer Schüler, ich solle zu ihm hinkommen und flüsterte mir dann ins Ohr: „Ich hab das gleiche gesagt, weil mir nichts Besseres eingefallen ist!“ Ich musste schmunzeln, da ich weiß, dass in der Familie dieses Schülers religiöse Themen durchaus auf der Tagesordnung stehen. Die Szene macht deutlich, was ich nicht nur in der Schule immer wieder erlebe: Wir sind unsicher im Sprechen über unseren Glauben. Oft glauben wir, dass gerade damit die Schwierigkeiten in unserer Kirche beginnen. Auch wenn das ein Manko sein mag, so macht mir die 2. Lesung doch Mut. Dort heißt es: Der Leib besteht nicht nur aus einem Gied, sondern aus vielen Gliedern. Dann werden Hände, Augen, Gehör, Geruchssinn, Füße, schwächer scheinende und wenig edlere Glieder genannt. Paulus ermuntert uns, gerade denen mit Aufmerksamkeit und Achtung zu begegnen, die scheinbar schwach und unnotwendig sind. Ihm ist klar, dass nicht jeder Apostel, Lehrer und Prophet sein kann. Wer nun glaubt, er könne sich gemütlich zurücklehnen, irrt aber auch. Paulus, der die Gemeinde in Korinth gut kennt, fügt nämlich hinzu: Strebt aber nach den höheren Gnadengaben! Es geht also um ein Zweifaches: Einerseits allen mit Liebe zu begegnen und andererseits selbst bereit zu sein, Neues in Angriff zu nehmen und sich den Herausforderungen unserer Zeit zu stellen. Die Bibelstelle macht uns heute darauf aufmerksam, dass die Gemeinschaft derer, die zu Christus gehören, sehr bunt ist und lädt uns ein, in dieser Vielfalt füreinander da zu sein.
Zum Weiterdenken
Wo ist mein Platz im Leib Christi? Mit welchem Glied würde ich mich vergleichen?
Petra Bucher-Spielmann unterrichtet Religion an der HS Absam