In Frieden miteinander leben kann man nur, wenn man Mitmenschen akzeptiert und anerkennt, was und wie sie sind. – Diese Meinung vertritt der prominente Fußballer Ivica Vastic.
Er ist in Kroatien geboren und lebt seit langer Zeit in Österreich. Als Fußballer hatte er immer mit Menschen aus vielen verschiedenen Ländern zu tun. Dass Menschen mit unterschiedlicher Herkunft einander respektieren, ist ihm wichtig. Zum Thema „Integration“ hat Ivica Vastic ein Buch geschrieben. Es trägt den Titel „Gemeinsam gewinnen wir. Fußball verbindet“. Darin findet sich auch folgendes Interview mit Frenkie Schinkels, der bis vor Kurzem Trainer in Kärnten war.
Ivica Vastic: Wie lange lebst du schon in Österreich? Frenkie Schinkels: Ich lebe seit 1985 in Österreich. Der Grund für die Staatsbürgerschaft war erstens sportlich, denn dadurch war es mir möglich, in der österreichischen Nationalmannschaft zu spielen, und zweitens, weil die Lebensqualität in Österreich sehr hoch ist, und ich habe mich in Österreich verliebt – was immer noch so ist.
Hast du persönlich Erfahrungen mit Anfeindungen gemacht? Gab es Probleme oder Beschimpfungen aufgrund deiner Herkunft? Frenkie: Nein, es gab keine Beschimpfungen – außer „Kasfresser“.
Ist dir in deiner neuen Heimat Österreich etwas Lustiges oder Außergewöhnliches passiert? Frenkie: Die Einberufung in das österreichische Nationalteam war für mich das Bedeutungsvolle. Lustig war, als mein Vater einmal dachte, „geriebener Kren“ wäre Parmesan. Sein Mund hat zwei Tage lang gebrannt.
Was hältst du für wichtig: Wie kann man sich integrieren? Welchen Tipp gibst du Menschen, die nach Österreich kommen und hier leben wollen? Frenkie: Die Sprache lernen, so gut es geht, Res-pekt zeigen, sich anpassen und sich für die Kultur begeistern, dann läuft alles ganz von selbst.
Und was wünschst du den Österreichern? Wie sollten sie Menschen aus anderen Ländern begegnen? Frenkie: Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest.
- Gemeinsam gewinnen wir. Fußball verbindet, Karin Ammerer, Ivica Vastic, Verlag G & G 2009.