Ausgabe: 2010/04, Schönborn, Kardinal, Sonntag, Wien, Festakt, NS, Kirche, Weltkatechismus
27.01.2010
- Hans Baumgartner
Vergangenen Sonntag feierte die Erzdiözese Wien mit einer Vesper und einem Festakt im Stephansdom den 65. Geburtstag von Kardinal Christoph Schönborn.
Geboren wurde Christoph Schönborn am 22. Jänner 1945 im böhmischen Skalka. Und obwohl sein Vater als NS-Gegner aus der deutschen Wehrmacht zur britischen Armee desertiert war, wurde die Familie nach dem Kriegsende vertrieben. Vielleicht war es auch das Schicksal seiner Familie, warum sich Schönborn schon früh für den Wehrdienstverweigerer Franz Jägerstätter interessiert hat und zu dessen Witwe, die auch nach dem Krieg viel an Unverständnis ertragen musste, eine herzliche Beziehung pflegt.
Stationen. Aufgewachsen ist Schönborn in Schruns in Vorarlberg. Nach seiner Matura trat er in den Dominikanerorden ein und studierte in Bonn, Wien, Paris und Regensburg (bei Prof. Ratzinger) Philosophie und Theologie. Dabei interessierte er sich besonders für die Theologie der Kirchenväter und der Ostkirchen. Ab 1975 lehrte Schönborn in Fribourg Dogmatik. Als Redaktionssekretär des „Weltkatechismus“ arbeitete Schönborn ab 1987 eng mit Kardinal Joseph Ratzinger zusammen und lernte die Vielfalt der Weltkirche mit ihrem Reichtum und ihren Spannungen kennen. 1991 wurde er in einer turbulenten Phase zum Weihbischof von Wien ernannt, 1995 musste er das schwierige Erbe nach Kardinal Groer antreten. Drei Jahre später wurde er Kardinal und Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz. Ein besonderes Anliegen ist Schönborn ein neues Zugehen der Kirche auf suchende Menschen. Daraus entstand u. a. das Projekt Stadtmission. Den „Dialog für Österreich“ hat er nach der Kritik aus dem Vatikan nicht weiter fortgeführt.