Ausgabe: 2010/04, Proteste, Christenverfolgung, Wien, EU
27.01.2010
Bei eisigem Schneetreiben haben am Donnerstag vergangener Woche an die 1000 Demonstranten in Wien gegen die Verfolgung koptischer Christen in Ägypten protestiert. Mit mitgetragenen Särgen und Plakaten wurde an die sieben jungen Kopten erinnert, die am Dreikönigstag in Nag Hammadi ermordet wurden. Die Täter hatten von einem Auto aus mit Maschinengewehren wahllos in die Messbesucher vor der Kirche geschossen. Mit ihrem Protestmarsch wollte die koptische Gemeinde in Österreich auf die Unterdrückung und Verfolgung der Christen in Ägypten durch muslimische Gruppen aufmerksam machen. Der Vertretung der Europäischen Union in Wien wurde eine Protestschrift übergeben.Ebenfalls am Donnerstag verurteilte das EU-Parlament die Verfolgung von Christen in Ägypten und Malaysia. Die ägyptische Regierung wurde aufgefordert, die Verantwortlichen für den Mord an den jungen Kopten und deren Hintermänner zur Verantwortung zu ziehen und die koptischen Christen sowie deren Menschen- und Grundrechte zu schützen. Die malaysische Regierung wurde kritisiert, zu einem Anwachsen der Spannungen zwischen religiösen Gruppen beizutragen. In Malaysia wurden zahlreiche Anschläge auf christliche Kirchen verübt, nachdem die Regierung trotz Gerichtsbeschlusses einer katholischen Zeitung verboten hatte, das Wort „Allah“ für „Gott“ zu verwenden.