In der Pflege gibt es ständig Neuerungen.Anneliese Dunzinger-Hinterhölzl (rechts) zeigt MarianneNagenkögel neue Materialien, die zur Lagerung verwendet werden. In der Pflegewerkstatt können Pflegende alles lernen, was ihre Aufgabe erleichtert.
„Bedarfs- und bedürfnisorientiert Lernen“ wollen die Elisabethinen mit ihrer Pflegewerkstatt anbieten. Das ist ihnen anscheinend gelungen.
Pflegende Angehörige nicht allein lassen, das sieht Sr. Barbara Lehner als Auftrag der Elisabethinen, die das als „Not der Zeit“ erkannt haben. Im Krankenhaus kommt es vor, dass Patienten nach Hause entlassen werden, die Pflege benötigen. „Natürlich bemüht sich auch das Personal auf der Station, die Angehörigen einzubinden“, erzählt Anneliese Dunzinger, die Leiterin der Pflegewerkstatt, „aber verschiedene Situationen auszuprobieren, an einem selber spüren, wie das ist, wenn man bewegt wird, und damit mehr Sicherheit erlangen, das geht nicht so einfach.“ In der Pflegewerkstatt können sie lernen, was sie gerade brauchen. Die Angehörigen haben hier auch die Möglichkeit, über ihre Situation zu sprechen. Oft werden sie an eine andere Organisation weitervermittelt, die für das jeweilige Problem zuständig ist.
Technik und Achtsamkeit. MarianneNagenkögel hat die Pflegewerkstatt mit ihrerSchwester besucht, mit der sie die jetzt 96-jährige Mutter pflegt. Eine Altenbetreuerin hat ihnen empfohlen einen Kurs zu besuchen,damit sie das Umbetten für sich selbstschonender machen können, aber tageweise wegzubleiben war für sie nicht möglich. „Ein bisschen haben wir uns gewehrt“, gibt die Pflegende zu. „Es war eh schon so anstrengend, und dann sollten wir noch etwas lernen ...“ In der Pflegewerkstatt hat das Lernen dann sogar Spaß gemacht. Sie haben gegenseitig die Übungen aneinander gemacht, die Trainerin auch an den beiden Pflegenden. „Mit ist es dann leichter gegangen, als ich gespürt hab: So fühlt sich das an“, sagt Marianne Nagenkögel. Sie hat auch gelernt, langsamer und behutsamer mit der Mutter zu arbeiten. „Wir haben nicht nur Technik gelernt, sondern auch Achtsamkeit“, meint sie.