Wer nur den Ernst im Leben kennt oder verkündet, enthält den Menschen etwas vor.
„Man sagt, die Fröhlichkeit stünde mir gut an, und das glaube ich auch.“ So erzählt der heilige Franz von Sales, nachdem er nach einer Religionsstunde mit den Kindern „ein wenig übermütig“ war und die Anwesenden zum Lachen brachte. Noch immer hält sich der Irrglaube, dass in der Kirche und in den Kirchen nur der Ernst Platz hätte. Die alte Tradition des „Osterlachens“ zeigt: Am Ende siegt das Lachen. Das wäre ein falscher Glaube, wenn die Christen am Ende nichts mehr zu lachen hätten. „Als der Herr das Los der Gefangenschaft wendete, da waren wir alle wie Träumende. Da war unser Mund voll Lachen und unsere Zunge voll Jubel.“ So heißt es im Psalm 126.
Auch Kirchenleute haben Humor. Einige haben wir eingeladen, dies zu zeigen.
Auch Schirme können Kinder kriegen
Gebote, Dogmen, Enzykliken, Erklärungen. Kennt Kirche nur den Ernstfall? Das wäre eine Kirche mit finsterem Gesicht. Doch Kirche hat ihre verbindende Kraft vor allem durch die gemeinsame Freude. Das „Hosanna“ gehört zum Glauben genauso wie das „Erbarme dich“. Ehe die Fastenzeit beginnt, erzählen in dieser ausgabe Kirchenpromis ihre Lieblingswitze.
Mag. Gabriele Eder-Cakl leitet das Kommunikationsbüro der Diözese Linz. Sie bringt an die Öffentlichkeit, was es Gewichtiges zu sagen gibt. Doch in ihren Pressemeldungen scheint nicht alles auf. Zum Beispiel das Folgende: Petrus und Gott spielen Golf. Petrus trifft mit einem Schlag ins Loch. Gott schlägt daraufhin den Ball. Der Ball bleibt 20 Meter vor dem Loch liegen. Plötzlich taucht eine Erdmaus auf und schluckt den Ball, gleich darauf wird die Maus von einer Katze gefressen und unmittelbar danach kommt ein Adler und schnappt die Katze. Der Adler fliegt einige Meter und lässt die Katze wieder fallen. Diese spuckt die Maus aus. Die Maus spuckt den Ball aus und der Ball rollt ins Loch. Darauf Petrus verärgert zu Gott: Blödeln wir oder spielen wir?
Zu kompliziert? Dann schauen wir, ob ihr Chef, Bischof Ludwig Schwarz, Ihren Geschmack besser trifft: Etwas abgehoben und provozierend fragt der Sohn den Vater: „Du, haben auch die Regenschirme ein Liebesleben?“ Worauf der Vater antwortet: „Natürlich, denn woher kämen sonst die Knirpse?“
Margit Hauft, Präsidentin der Katholischen Aktion, hat drei Witze eingesandt. Zwei wurden disqualifiziert. Der Papst kommt nach New York. Es gelingt ihm, sich von seinen Begleitern abzusetzen. Er geht zum Taxistand und sagt zu einem Fahrer, dass er gern eine Stadtrundfahrt machen möchte. „Kein Problem“, sagt der Fahrer „setzen Sie sich rein.“ „Nein, nein“, sagt der Papst, „ICH möchte fahren! Ich werde seit Jahren mit dem Papamobil durch jede Stadt gefahren, mit maximal 15 km/h. Ich will wieder einmal selber fahren!“ Der Fahrer bekommt Mitleid, und setzt sich auf den Rücksitz. Los geht’s. Plötzlich biegt der Papst auf den Highway ab. Mit 120 km/h düst er an einer Polizeistreife vorbei. Ein Cop schüttelt den Kopf, nimmt sein Funkgerät und spricht mit der Zentrale: Ich habe da ein Geschwindigkeitsproblem. Zentrale: Es gibt keine Probleme. Klare Gesetze. Keine Kompromisse. Papiere usw. Cop: So einfach ist das nicht, es ist eine höher gestellte Persönlichkeit. Zentrale: Ist es der Verteidigungsminister? Cop: Nein, höher. Zentrale: Dann ist es der Präsident. Cop: Nein, höher. Zentrale: Etwas Höheres als den Präsidenten gibt es hier nicht. Wer ist es denn? Cop: Das weiß ich noch nicht, aber er hat den Papst als Chauffeur!
Univ.Prof. Dr. Ilse Kögler lehrt Katechetik und Pädagogik an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz. Hier ein Einblick in ihre Vorlesungen: Ein Passant fragt: „Wo geht’s denn hier zum Bahnhof?“ Es antworten ihm ein: Pädagoge: „Ich weiß natürlich, wo der Bahnhof ist. Aber ich denke, es ist besser für dich, wenn du es selbst herausfindest.“ Gesprächspsychotherapeut: „Sie wissen nicht, wo der Bahnhof ist, und das macht Sie nicht nur traurig, sondern auch ein Stück weit wütend.“ Psychoanalytiker: „Sie meinen diese dunkle Höhle, wo immer was Langes rein- und rausfährt?“Familientherapeut: „Was glauben Sie, denkt Ihre Schwester, was Ihre Eltern fühlen, wenn die hören, dass Sie zum Bahnhof wollen?“ Mediator: „Welche Lösungswege haben Sie sich schon überlegt? Schreiben Sie bitte alles hier auf diese Kärtchen.“ Lehrer: „Wenn Sie aufgepasst hätten, müssten Sie mich nicht fragen!“ Priester: „Heiliger Antonius, gerechter Mann, hilf, dass er ihn finden kann. Amen!“
Stefanie Poxrucker, die Vorsitzende der Katholischen Jugend Oberösterreich, ist KirchenZeitungs-Leser/innen auch als Evangelienkommentatorin bekannt. Doch sie weiß auch sonst was zu erzählen: Franzi kommt heim von der Schule und meint: „Mama, morgen muss ich mich schön anziehen, da kommt der Erdbeer-Joe und fotografiert uns!“ „Was?“, fragt die Mama „Ja, der Erdbeer-Joe kommt morgen und fotografiert uns!“, wiederholt Franzi. Die Mama fragt erneut: „Wer kommt?“, und Franzi wieder: „Morgen kommt der Erdbeer-Joe und der Herr Direktor hat gesagt, wir müssen uns schön anziehen, weil wir fotografiert werden!“ Die Mutter, ganz verwirrt, ruft beim Direktor an und schimpft: „Mein Franzi erzählt die ganze Zeit vom Erdbeer-Joe, der morgen kommt und ihn fotografiert, was erzählen Sie denn meinem Buben in der Schule? Antwortet der Direktor: „Nein, der Erzbischof kommt und gefirmt werden sie!“
Krankenhausseelsorger Norbert Wolkerstorfer versteht es, mit Humor Sonne in den Alltag zu bringen: Bei der ÖBB wird der Posten eines Bahnschrankenwärters ausgeschrieben. Bald meldet sich der erste Bewerber. Beim Eignungstest soll er folgendes Problem lösen: Die Mechanik des Schranken streikt, bei einem Reisebus stirbt beim Versuch die Gleisanlage zu überqueren der Motor ab, der herannahende Zug ist nicht mehr zu stoppen. „Was machen Sie da?“, fragt der Personalist der ÖBB. Der Bewerber überlegt kurz und antwortet: „Da hol ich den Karl!“ „Wer ist der Karl?“ „Mein Freund!“ „Und warum holst du den Karl?“ „Weil der hat nu nia a so an Unfall gsehn!“
Abt Martin Felhofer vom Stift Schlägl braucht beim Thema Humor nicht in die Witzkiste zu greifen. Folgendes hat er selbst erlebt: In der zweiten Klasse der Volksschule in einer Religionsstunde wollte ich hinführen zum hl. Florian mit Aussagen aus seiner Lebens- und Heiligengeschichte: Ich fragte: „Wer kommt als Erster drauf?“ Einige Antworten gab ich vor: 1. Er starb um 304 n. Chr. 2. Er starb als Märtyrer mit dem Mühlstein um den Hals in einem Fluss. 3. Er ist unser Diözesanpatron. 4. Ein Stift in Oberösterreich ist nach ihm benannt. 5. Er ist Patron der Freiwilligen Feuerwehr. Jetzt meldet sich ein Bub ganz selbstsicher: „Ich weiß es: Das ist der ,Eisner Herbert‘.“ (Dieser war den Schülern bestens bekannt als Schulwart und Kommandant der FF Schlägl.)
Ich bin eigentlich keine Witzeerzählerin, behauptet Sr. Kunigunde Fürst, die Generaloberin der Franziskanerinnen von Vöcklabruck. Hier macht sie eine Ausnahme Oma sagt zu ihrem Enkelkind: „Ich fahr jetzt mit dem Fahrrad auf den Friedhof.“ Der kleine Enkel schaut sie nachdenklich an und sagt dann: „Aber, Oma, wer bringt denn dann das Fahrrad zurück?“