Immer mehr Jugendliche besuchen katholische Privatschulen. Schüler/innen können hier von einem guten Arbeitsklima in den Klassenzimmern profitieren. Was nicht zuletzt an den christlichen Werten der Schulen liegt.
Ein guter Tag beginnt mit einemherzlichen „Guten Morgen!“ von Schwester Hedwig. Jeden Tag steht die Nonne am Tor der Don Bosco HLW Vöcklabruck, um sämtliche Schüler/innen persönlich zu empfangen. Für Schulsprecherin Susanne Karzel zeigt dieses Bild am besten, was katholische Privatschulen wie die ihre auszeichnet. „Das Schulklima ist super“, schwärmt Karzel. Die 19-Jährige kennt selbst den Unterschied zwischen öffentlicher und Privatschule aus eigener Erfahrung und sagt: „Der Umgang zwischen Schülern und Lehrern ist an der HLW Vöcklabruck viel respektvoller.“ Beide Seiten würden sich mehr bemühen. Auch mit positiven Folgen für die „Einserschüler“. „Wer bei uns sehr gute Noten hat, wird nicht als Streber abgestempelt“, betont Karzel, die glaubt, dass „die meisten von uns schon sehr brav sind“.
Plus bei Privatschulen. Die hohe Bildungsqualität sorgt an den insgesamt 55 katholischen Privatschulen in Oberösterreich für großen Zulauf. Immer mehr Kinder und Jugendliche besuchen katholische Privatschulen, mittlerweile sind es fast 12.000 im gesamten Bundesland. „Durch die Attraktivität der Schulen sind die Eltern bereit, ein monatliches Schulgeld zu zahlen. Die Verunsicherung in der Bildungsdiskussion kommt uns vielleicht entgegen“, meint Dr. Harald Prinz, Referent der katholischen Privatschulen in Oberösterreich.
Krise wenig spürbar. Auch in Zeiten der Wirtschaftskrise gibt es offenbar genügend Eltern, die sich im Schnitt 83 Euro pro Monat für die Ausbildung ihrer Söhne und Töchter leisten können und wollen. Zudem können Familien mit Finanzsorgen eine Schulgeldermäßigung bekommen. Wobei sich auch hier die Krise kaum auswirkt und es 2009 keine Steigerung bei den Anträgen auf Ermäßigung gab. Ein „Lohn“ für das Schulgeld ist der gute Ruf der Privatschulen. „Als ich eine Stelle für das Sommerpraktikum gesucht habe, war es von großem Vorteil, dass ich auf eine Don-Bosco-Schule gehe“, erzählt Susanne Karzel.
Christliche Werte. Neben dem Renommé sind es aber immer noch die christlichen Werte, mit denen sich die katholischen Schulen am meisten von den öffentlichen Anbietern unterscheiden wollen. „Dass Religion ein Pflichtfach ist, finde ich sehr sinnvoll“ sagt Karzel, die selbst evangelisch ist. Sie berichtet davon, dass neben dem seperaten Religionsunterricht viel an ökumenischer Zusammenarbeit passiert. Die christliche Ausrichtung geht weit über den Fachunterricht hinaus, betonen die Schulerhalter. Geborgenheit und wertschätzender Umgang miteinander sind dabei die Grundsätze. Denn hinter den Mauern der katholischen Privatschulen wird jeden Tag das fortgesetzt, was mit einem freundlichen Morgengruß begonnen hat.