Ich habe nichts zu verschenken, sagt Niki, und entzieht dem Kellner den Teller. „Eine Alufolie bitte!“ Gut zwar, dass er Gutes nicht einfach der Entsorgung überlässt. Es stört die Begründung. Armer Niki! Sonst ein ganz sympathischer, gleichwohl aber auch kein armer Mensch. Er hat nichts zu verschenken – und hat sich zum Werbeträger einer Philosophie der knallhart Kalkulierenden gemacht. Alles muss sich rechnen. Schenken ist dumm, sagen sie. Das Geheimnis des Erfolges liegt darin, dass du wirklich auch alles bis ins Letzte nutzt – für dich selbst. Kein Rest, der nicht auch noch nutzbar wäre! Der Werbespot mit Niki Laudas Schnitzel und der Alufolie wird wieder und wieder in zeitlicher Nähe zu den Berichten aus Haiti ausgestrahlt. Da nimmt sich dieser Slogan noch bizarrer aus. Wo käme die Welt hin, wenn alle dieser Logik folgen würden? Aber Gott sei Dank! Es gibt die anderen. Es sind nicht die Wohlhabenden. Es sind vielmehr die Gütigen. Die Welt lebt von denen, die etwas zu verschenken haben – als Grundeinstellung – und aus Barmherzigkeit. Folgt nicht den falschen Propheten, heißt es in der Bibel. Sie treten bisweilen an unerwarteten Plätzen auf.