- Andreas Hagler, Dipl. Ehe-, Familien- und Lebensberater, Männerberater i. A.
Sonja im Wald im Herbst [ (c) www.BilderBox.com, Erwin Wodicka, Siedlerzeile 3, A-4062 Thening, Tel. + 43 676 5103678.Verwendung nur gegen HONORAR, BELEG, URHEBERVERMERK nach AGBs auf bilderbox.com]
Aus der Praxis: Sabine, eine 54-jährige Frau, kommt in die Beratungsstelle. Sie ist dunkel angezogen und sie lächelt nicht. Sie erzählt, dass sie von ihrem Mann geschieden ist und drei erwachsene Töchter hat. Sie hat mit ihren Kindern und ihrem Manneinen sehr oberflächlichen Kontakt. AlsBegründung für die Scheidung erklärt sie, dass sie ihren Mann nicht mehr lieben kann. Mit ihren Kindern gab es einige Streitereien. Sabine erzählt, dass ihre Kindheit nicht leicht war. Von ihren Eltern wurde sie nicht geliebt. Sie fühlte sich immer als nicht gewollt. Ihr Vater warAlkoholiker und verprügelte die Mutter. Sabine musste oft die Starke sein und dazwischengehen. Sehr früh heiratete sie und gründete ihre eigene Familie. Ihre Kleidung spiegelt ihre innere Gefühlswelt wider. Sie möchte wieder lieben und lächeln können.
Hinter einer Fassade, an der scheinbar alle Gefühle abprallen, sehnen sich manche Menschen nach dem Gefühl, zu lieben und geliebt zu werden.
Sabine hat sehr früh erlebt, nicht gewollt zu sein. Sie verschließt sich, um sich zuschützen. Nach außen ist sie die Starke, die nichts umwerfen kann. Innerlich wünscht sie sich, andere lieben zu können. Sie fühlt sich schuldig, auf der Welt zu sein.
Liebe annehmen. Ihr Ex-Mann liebt sie, sie kann jedoch diese bedingungslose Liebe nicht annehmen. Zuletzt sucht sie in anderen Beziehungen die Liebe zu finden. Sabine erlebt aber in sich, dass sie die Gefühle nicht annehmen und entgegnen kann.
Lebendige Abwehr. In den Gesprächenerkennt Sabine, dass es einen Zusammenhang zwischen ihrer schweren Kindheit und ihren abwehrenden Gefühlen heute gibt. Die Erlebnisse von früher belasten sie so sehr, dass sie alles Lebendige und Fröhliche aus ihrem Leben verbannt. Nach und nach erkennt Sabine, dass ihre Abwehr etwas Lebendiges in sich trägt. Auch ihr Dazwischengehen bei ihren Eltern zeugt von Kraft und Stärke. Sabine merkt, dass ihr Überlebenswille von Kindheit an sehr ausgeprägt ist. Sie lernt, sich anzunehmen mit ihrer Geschichte und ihre Gefühle zuzulassen.
Farben um und an mir. Durch das Aufkommen ihrer Lebendigkeit erlebt Sabine neue Gefühle. Sie sieht die Welt nicht mehr dunkel und trostlos, sondern in ihrer Farbenpracht. In den Beratungssitzungen lächelt sie öfters und ihre dunkle Kleidung wechselt in ein buntes Aussehen.
Beratung und Information: BEZIEHUNGLEBEN.AT, Tel. 0732/77 36 76