Für einen Journalisten, der stets am laufenden sein soll, ist es kein Renomée auf eine 19 Jahre alte Veröffentlichung zu verweisen. Dennoch scheue ich mich nicht, das zu tun: Ich habe mir vorgenommen in der Fastenzeit wieder einmal das Buch „Vierzig Worte in der Wüste“ von Bernard Rootmensen zu lesen – erschienen 1991. Der Untertitel lautet: Werkbuch für Gemeinden zur Krise von Kirche, Glaube und Kultur. Der Autor versteht es meisterhaft den Leser/innen mit Schlüsselworten zu helfen, zu gedanklicher Ordnung und Klarheit zu finden. Eine Kirche, die sich schwer tut ihren Platz in der freiheitlichen Gesellschaft anzunehmen, ist stets in der Gefahr, sich in die Sackgassen des Traditionalismus, des geheimen Machterhalts oder der Selbsttäuschung zu flüchten. Rootmensen zeigt, dass andere Wege möglich sind mit den Herausforderungen umzugehen. Er gibt Hinweise, wo man Ausschau halten kann: In diesen dürren Zeiten, in denen wir leben, lautet die Devise mehr denn je zuvor: zurück zu den Quellen, zu mehr Bibel und zu den Erfahrungen der Menschen. So hat es schon das 2. Vatikanische Konzil gefordert – aber dessen Texte sind bereits 45 Jahre alt. Auch das ist ein Sinn von Fasten: sich klarzumachen, wo man steht.