Ausgabe: 2010/07, Jubel, Freiheit, Platz der Freiheit, Susanne Huber, Teheran, Islamische Revolution, Atombombe, Prädsidentschaftswahlen, Opposition, Schlagstöcke, Ahmadinejad, Iran
17.02.2010
Er nennt sich „Platz der Freiheit“ und steht in Irans Hauptstadt Teheran. Dort wurden am 11. Februar, zum 31. Jahrestag der Islamischen Revolution, Hunderttausende Regimegetreue mit Bussen hingefahren, damit sie die Rede des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinejad bejubeln. Und der Jubel der „geladenen“ Menschenmenge blieb auch nicht aus, als Ahmadinejad verkündete, es sei gelungen, Uran auf 20 Prozent anzureichern. Er ließ auch durchklingen, es sei noch mehr möglich – sozusagen bis hin zur Atombombe. Doch die wolle das Land nicht bauen, versicherte der Präsident. Fest steht allerdings, dass der Iran nach wie vor nicht bereit ist, die Urananreicherungen einzustellen.
Den Hochrufen der begeisterten Menge auf dem von Sicherheitskräften abgeschirmten „Platz der Freiheit“ standen die „Tod dem Diktator“-Rufe der protestierenden Opposition entgegen, die sich trotz Unterdrückung durch das Regime auf den Straßen Teherans und auch in anderen iranischen Städten versammelten. Seit den Präsidentschaftswahlen im Juni 2009, die Ahmadinejad nur mit Wahlbetrug gewonnen hatte, klingen die Proteste der Opposition nicht ab. Gegen sie wurde auch am 11. Februar heftig vorgegangen – mit Schlagstöcken, Eisenstangen, Tränengas und zahlreichen Verhaftungen. Ausländischen Medien wurde untersagt, über die Demonstrationen der Opposition zu berichten. Anfeindungen wollte Ahmadinejad ausblenden und so wurde eine Jubel-Feier inszeniert – ausgerechnet auf dem „Platz der Freiheit“, der seinem Namen im Iran wohl nicht gerecht wird.