Der mobile SOMA Markt Ansfelden bekommt die Waren vom SOMA Linz. Am Mittwoch und Donnerstag Nachmittag f?hrt er zu insgesamt vier verschiedenen Standorten. Hier am Mittwoch die erste Station beim Stanzlgeb?ude in Haid.
Armut, billiger Einkauf f?r Me
Mit diesem fahrbaren Geschäft ist ein Bäcker im Innviertel unterwegs gewesen und hat sein Angebot direkt vor die Haustür der Kunden gebracht. Jetzt dient es als mobiler SOMA, als Sozialmarkt auf Rädern in Ansfelden. Seit Mai 2009 ist er an zwei Tagen in der Woche nachmittags unterwegs. Wie der Bäcker bringt SOMA auch Gebäck, aber noch vieles mehr. Er hat alles, was ihm andere Supermärkte schenken. Dafür bekommt er oft zu hören, was sonst in Geschäften nicht mehr so oft gesagt wird: „DANKE!“
Der rollende Kaufladen vom Sozialmarkt SOMA fährt auf einem Parkplatz in Freindorf, Gemeinde Ansfelden, nahe der A1 ein. Es ist Mittwoch Nachmittag, und wie jeden Mittwoch ist dies sein zweiter Standort. Zuvor schon bedienten die von der Gemeinde Ansfelden mit der SOMA-Arbeit betraute Mitarbeiterin Gabriele Seiringer und die ehrenamtlichen Helferinnen Sieglinde Steinmair und Doris Repa Kunden in Haid
Firmen unterstützen SOMA. Kaum parkt das Fahrzeug, kommen erste Käuferinnen. Beim SOMA können Menschen, die über wenig Enkommen verfügen, Lebensmittel und Artikel des täglichen Bedarfs einkaufen. Die Waren sind von guter Qualität, haben aber leichte Verpackungsschäden oder wurden aus den Regalen eines Spender-Geschäfts wegen eines nahen Haltbarkeits-Ablaufdatums genommen. Alle Produkte sind jedoch noch bestens zum Verzehr oder Gebrauch geeignet. Eine Reihe von Firmen unterstützt mit entsprechenden Warenspenden die SOMA-Idee und Ehrenamtliche helfen bei der Verteilung. Der fahrbare SOMA Ansfelden ist der Erste seiner Art in Oberösterreich. An allen anderen Standorten – Linz, Steyr, Wels, Perg, Bad Ischl, Gmunden, Mondsee, Traun, Freistadt und bald auch Enns – hat der SOMA eine fixe Adresse.
Man verkauft, was man bekommt. Eine Migrantin zeigt den vom Stadtamt ausgestellten Ausweis her, der ihre soziale Bedürftigkeit bestätigt. Sie müsste es nicht mehr tun, denn sie kommt regelmäßig und ist den Mitarbeiterinnen bekannt. Doris Repa stellt sich zur Kundin vor den „Ladentisch“, um ihr beim Einpacken der Sachen zu helfen. Gabriele Seiringer macht währenddessen auf das aktuelle Sortiment aufmerksam. Man verkauft, was man bekommen hat. Die Produktliste kann sich sehen lassen: Käse und Wurst, Brot und Gebäck, Butter und Rama, Schoko und Müsliriegel, Joghurt und Milch, frisches Gemüse und Dosengemüse, Mineral und Fruchtsäfte, Suppenpackerl, Hundefutter und Katzenstreu, Nagellack-Entferner ...
Und den Kübel auch. „Was kostet das?“ – Wer wenig Geld hat, muss immer rechnen, auch wenn die Sachen nur ein Drittel kosten, wenn man zum Beispiel um 20 Cent fünf Semmerl bekommt. Die Frau kauft zwei, nicht drei Schoko-Nikoläuse. Ihre Frage: „Haben Sie Käse?“, löst bei Gabriele Seiringer die Reaktion einer geborenen Kauffrau aus: Während Sieglinde Steinmair oder sie hochhalten, was sie anpreist, zählt Gabriele Seiringer mindestens fünf Käsesorten auf, weich oder hart, mild oder deftig. „Und einen Kübel habe ich heute auch.“ Darauf weist sie noch mehrmals hin. Schließlich erwirbt die Frau den Kübel. Dieser stellt sich dann als sehr nützlich heraus – zum Tragen der eben gekauften Waren, unter ihnen einige Schwergewichte.
Vier Standorte. Insgesamt vier Standorte fährt der SOMA-Bus in Ansfelden am Mittwoch und am Donnerstag an. Bis alle Kunden versorgt sind, vergeht schnell eine Stunde. Die meisten kommen in Haid, nicht so viele zum Anton Bruckner Center in Ansfelden. Etwa 80 Mindestpensionistinnen und Mindestpensionisten, junge Mütter, Zugewanderte und Einheimische, arbeitslose und studierende Menschen nehmen das Angebot gerne in Anspruch.
Für die Gemeinschaft etwas tun. „Es ist eine tolle Sache, und ich habe Zeit“, bringt Sieglinde Steinmair auf den Punkt, was ihre Motivation zur Mithilfe ist. Ähnlich formuliert es Doris Repa, die wie Frau Steinmair auch in der evangelischen Gemeinde mitarbeitet: „Man muss etwas für die Gemeinschaft tun. Es kommt den Ärmsten zugute.“ Und Helmut Rabitsch, der bei einer anderen Tour als Helfer dabei ist, spricht davon, dass es ihn interessiert, „in der Pension in der Gemeinde etwas Positives zu tun“.
SOMA Sozialmärkte
SOMA-Märkte: Seit 2008 gibt es in Österreich den Dachverband der SOMA-Mitgliedsmärkte, zu dem derzeit 31 Märkte gehören. Das Prinzip ist überall gleich: Man verkauft, was man gespendet bekommt, es gibt keinen Warenzukauf. Der erste oberösterreichischeSOMA Markt – SOMA Linz – feierte voriges Jahr das Zehn-Jahres-Jubiläum.
SOMA Gmunden: Seit mehr als einem Jahr gibt es auch in Gmunden einen SOMA-Markt. Diesem ist allerdings die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln so wichtig, dass er nötigenfalls Waren zukauft.