Die Bregenzerin Ilse Simma ist seit knapp vier Wochen in Haiti im Einsatz. Bis Juni wird die Sozialexpertin und Leiterin für Sonderprojekte der Caritas Österreich das internationale Caritas-Team in Haiti unterstützen.
„Jesus, nimm diese Last von mir, ich kann sie nicht mehr tragen“, heißt es in einem haitianischen Lied, das während einer dreitägigen Trauerphase um die Opfer des Erdbebens auf der Insel immer wieder zu hören war. „Ein tragisches Lied, das mich sehr bewegt hat“, sagt Ilse Simma, „trotzdem habe ich die Art, wie die Menschen hier trauern, als sehr hoffnungsvoll empfunden. Das gemeinsame Singen und Tanzen, alle in Weiß gekleidet, der Trauerfarbe der Haitianer – das war sehr motivierend“, so die Bregenzerin, die fasziniert ist von den Einheimischen. „Ich mag die Menschen hier. Sie sind fröhlich, offen, interessiert, erzählen ihre Geschichten. Ich habe hier noch keine unangenehme Situation erlebt; ganz im Gegenteil“, erzählt die Vorarlbergerin. „Die Leute fangen jetzt an, aufzuräumen, es ist Aufbruchstimmung. Nichts desto Trotz ist es unfassbar, wie viel hier zerstört ist.“ Ihre Eindrücke in Haiti schreibt Ilse Simma täglich nieder und mailt sie auch an Freunde und Familie, „damit die immer wissen, wie es mir geht“, so die 29-Jährige.
Sozialpolitik. Ilse Simmas Wunsch war es stets, bei einer Nichtregierungsorganisation wie etwa der Caritas zu arbeiten. Der Weg dorthin führte für die studierte Juristin über die Sozialpolitik bei der ÖVP. Dort war sie u. a. bei den Regierungsverhandlungen 2006 für die Themen Mindestsicherung, Armutsbekämpfung und Pflege zuständig. „Die ÖVP hat damals den österreichweit ersten Arbeitskreis für Pflege initiiert. Waltraud Klasnic hat ihn geleitet und ich war die Koordinatorin. So sind meine ersten Kontakte mit der Caritas entstanden“, sagt Simma. 2008 verwirklichte sich schließlich ihr Traum von der NGO-Arbeit – eine Tätigkeit, die Sinn gebe, so die Bregenzerin.