Was immer da ist, sieht man nicht mehr. – Das aufmunternde Wort am Morgen, die freundlichen Blicke der Arbeitskolleg/innen, der liebevoll gedeckte Mittagstisch ... Was für das alltägliche Leben gilt, ist auch im Bereich Architektur und Kunst wahrnehmbar. „Es wird vieles deutlicher und klarer, wenn man etwas verhüllt. Meine Arbeit ist stets ein Versuch, das, was hinter den Dingen liegt, sichtbarer zu machen“, sagt Robert Moser über seine künstlerische Arbeit. Der Künstler hat für die bekannte Pfarr- und Wallfahrtskirche Steyr-Christkindl ein Fastentuch gestaltet, der Hochaltar verschwindet zur Gänze dahinter. Das leuchtende Gold der barocken Ausstattung bildet einen deutlichen Kontrast zum Fastentuch, das in verschiedenen Graustufen gehalten ist. Je nach Lichteinfall besticht es durch seine Zartheit und Durchlässigkeit. Es lässt Verborgenes durchscheinen. Mit den sich wandelnden Lichtverhältnissen verändert sich auch das Tuch: Nimmt die Helligkeit ab, wirkt es wie ein abstraktes Gemälde. Das monochrome Fastentuch soll in seiner Kargheit den Blick auf das Wesentliche schärfen. Die Pfarrassistentin Sissy Kamptner hat diese gelungene Raumintervention angeregt.
- Das Christkindler Fastentuch ist bis 31. März in der Pfarrkirche zu sehen.