Die irakischen Parlamentswahlen am 7. März sind trotz strenger Sicherheits-vorkehrungen von Gewalt und Terror überschattet worden. Bei Granatangriffen und Bombenanschlägen wurden 38 Menschen getötet und rund 110 verletzt. Es war die zweite Wahl seit dem Sturz Saddam Husseins 2003 und sie gilt als richtungsweisend für den Irak. Zur Wahl haben sich mehr als 6000 Kandidaten um die 325 Mandate beworben. Fünf Sitze im Abgeordnetenhaus sind für Christen reserviert. Insgesamt haben sich rund 19 Millionen irakische Bürger für die Wahlen registrieren lassen. Ein vorläufiges Wahlergebnis wird es laut UNO-Angaben erst um den 18. März geben. Patriarch Emmanuel III. Delly beklagte auch die „unzähligen Opfer“, die durch Anschläge während des Wahlkampfs ums Leben kamen. Erst kürzlich waren durch eine Bombenserie in der Stadt Bakuba über 30 Menschen getötet worden. Vergangene Woche sprengten sich in Bagdad drei Selbstmordattentäter in die Luft und rissen mindestens 14 weitere Personen mit in den Tod. Seit dem Sturz des Saddam-Regimes vor sieben Jahren kamen im Irak rund 2000 Christen bei Attentaten ums Leben. Im gleichen Zeitraum habe die Hälfte der damals 1,2 Millionen zählenden christlichen Bevölkerung das Land verlassen. Von den verbliebenen 600.000 lebten viele als Binnenflüchtlinge.