Mit Händen kann man schenken, trösten, helfen, jemandem die Last abnehmen. Man reicht Hände zum Gruß, bekräftigt den Frieden mit Händen. Einige bekamen die Hände aufgelegt, damit sie im Auftrag der Kirche Segen wirken. Aber auch: Mit Händen tun Menschen einander weh, Hände prügeln, tun Gewalt an, vergewaltigen. Schlimm, wenn es durch Hände geschieht, die eigentlich zum Segnen bestimmt sind, verbunden mit dem Versprechen: Ich will für euch da sein. Traurig macht es, zornig, wenn solches geschieht. Aber soll man die eigenen Hände ruhen lassen, in den Schoß legen, weil solch Schlimmes geschieht? Die Menschen, die Trost und Hilfe brauchen, sind nicht weniger geworden deshalb. Menschen, die ihre Last nicht alleine tragen können, auch nicht. Der Auftrag bleibt – an guten und an schweren Tagen. „Von denen will ich nichts mehr wissen“, sagen manche. Wie ein Tropfen Öl eine große Menge Wasser verseucht, so zerstört jeder Missbrauchsfall Vertrauen. Es trifft die Opfer – und wirft einen dunklen Schatten auf die ganze Kirche. Ist eine Antwort möglich? Ja. Durch Hände, die trotz allem Segen wirken.