„Da treibt es einem die Schamesröte ins Gesicht“, sagte Propst Maximilian Fürnsinn, der Vorsitzende der österreichischen Männerorden, zu den in den vergangenen Tagen öffentlich gewordenen Fällen von Missbrauch und Gewalt in der Kirche.
Seit der vergangenen Woche wurden fast jeden Tag neue Fälle von sexuellem Missbrauch und gewalttätigen Übergriffen auf Jugendliche in kirchlichen Einrichtungen bekannt. Betroffen sind neben so bekannten Klöstern wie Mehrerau, St. Peter, Admont, Kremsmünster und Wilhering auch mehrere Diözesen. In fast allen Fällen sind Einrichtungen von Orden bzw. Mitglieder von Ordensgemeinschaften verwickelt. „Da treibt es einem die Schamesröte ins Gesicht“, sagt der Vorsitzende der Superiorenkonferenz der Männerorden, Propst Maximilian Fürnsinn. Und er meint damit auch die Fehler mancher Ordensoberen, die die Tragweite dieser Vorfälle falsch eingeschätzt hätten. In einer am vergangenen Donnerstag veröffentlichten Erklärung der Männer- und Frauenorden heißt es: „Wir sind über das Ausmaß derartiger Übergriffe in einer Reihe von Stiften, Klöstern und Ordenseinrichtungen betroffen. Das erfüllt uns mit Bestürzung und Scham. Als Vorsitzende der Frauen- und Männerorden Österreichs bitten auch wir die Opfer um Entschuldigung.“ Gleichzeitig ersuchen die Ordensoberen die Menschen, das vorbildliche Leben und die gute Arbeit vieler Ordensleute nicht zu übersehen, auch wenn „wir verstehen, dass viele in ihrem Vertrauen gegenüber unseren Gemeinschaften zutiefst erschüttert sind.“
Schritte. In ihrer Erklärung schließen sich die Ordensoberen voll jenen Schritten an, die die Bischofskonferenz zur Aufarbeitung dieser Situation beschlossen hat. In erster Linie gehe es dabei um die Opfer selbst, „an deren Heilung zuerst zu denken ist und denen Gerechtigkeit zuteil werden muss“. Die Orden wollen voll mit den Ombudsstellen der Diözesen zusammenarbeiten – auch beim Austausch von Informationen. Außerdem betonen sie, dass sie beim Umgang mit den Tätern sowie bei der Auswahl von Ordensanwärter/innen ihrer Verantwortung noch stärker gerecht werden müssen. Dazu soll im April eine eigene Arbeitstagung mit Expert/innen stattfinden.