Im Turm der Basilika Mondsee hat Pfarrer Dr. Ernst Wageneder ein Hl. Grab aus dem 19. Jahrhundert entdeckt. Nach der Restaurierung wird es nun in der Basilika präsentiert und in die Karwochenliturgie eingebunden.
Das Heilige Grab in Mondsee stammt aus dem Jahr 1889 und wurde damals von der Firma Zbitek aus Neustift bei Ölmütz angefertigt. Auch Pfarrmitglieder stellten nun zuhause gefundene Teile des Heiligen Grabes der Pfarre zur Verfügung. Die Entstehung des Heiligen Grabes hat mit dem Bedürfnis der Gläubigen zu tun, die Passion Jesu möglichst authentisch miterleben zu können. Der Brauch war in ganz Europa verbreitet und wird nun teilweise wiederbelebt. Als „Heiliges Grab“ werden Grabmäler – Kenotaphe – Christi bezeichnet. Sie wurden zum ehrenden Andenken an Tote errichtet. Ursprünglich handelte es sich um eine Nachbildung der Grabarchitektur der Grabeskirche in Jerusalem. Auch das Grabmal mit dem Leichnam Christi und trauernden Personen ringsum wurde dargestellt. Im Spätmittelalter ging man dazu über, am Gründonnerstag die für den Karfreitag „vorverwandelte Hostie“ im Heiligen Grab zu verwahren und symbolisch die Grablegung Jesu nachzuvollziehen. Zur Zeit des Barock entwickelte sich der Brauch, das Heilige Grab durch gemalte Scheinarchitektur nachzubilden. Heilige Gräber des 19. Jahrhunderts bildeten den Garten, in dem das Grab war, aus Pflanzenmalerei nach. Diese Gräber waren nicht mehr individuell erstellte Kunstwerke, sondern Katalogware, die nach Auftragserteilung angefertigt und ausgeliefert wurde. Glasarbeit mit Blumenornamentik: Teile des Heiligen Grabes vor (li.) und nach der Restaurierung (re.).