In der Linzer Ignatiuskirche, dem Alten Dom, wurde am Sonntag, 14. März, im Rahmen einer feierlichen Vesper ein neu restauriertes Fastenbild von Bischof Dr. Ludwig Schwarz gesegnet. Es zeigt den sterbenden Christus.
Das Gemälde, das in das ausgehende 17. Jahrhundert zu datieren ist, zeigt Christus am Kreuz, flankiert von seiner Mutter Maria und dem Apostel Johannes. Maria Magdalena kauert unter dem Kreuz und umfasst die Füße Jesu. Christus ist als Sterbender abgebildet. So hat sich bereits der Himmel verdunkelt, wie das Evangelium von seiner Todesstunde berichtet. Die Seitenwunde, die den Tod Jesu bestätigen soll, hat er aber noch nicht erhalten. Jesus hat den leidenden Blick zum Himmel gerichtet. Seine Hände deuten aber den Siegesgestus an zum Zeichen für den Sieg des Lebens über den Tod. Die Erschütterung über das Geschehen ist auch den Engeln anzumerken, die mit rot geweinten Augen neben dem Kreuz zu sehen sind.
Vom Gewohnten entwöhnen. Das Fastenbild diente einst dazu, den Hochaltar während der Fastenzeit zu verdecken. Indem den Menschen der gewohnte Blick entzogen war, sie also auch mit den Augen fasten sollten, konnten sie sich auf die Passion Jesu konzentrieren und so bereit werden für die kommende Herrlichkeit. Fastentücher werden bereits im 11. Jahrhundert erwähnt. Im späteren Mittelalter begann man, sie mit bildlichen Darstellungen aus dem Alten und Neuen Testament auszustatten. Erst in der Barockzeit beschränkte man sich auf ein einzelnes Motiv – meist war das eine Szene aus der Passion.
Restauriert & präsentiert. Im Jahr 2007 hat man sich in der Ignatiuskirche wieder des Bildes erinnert, welches in aufgerolltem Zustand und stark beschädigt gelagert war. Aufgrund des großen Formats – es hat eine Fläche von 17,5 m2 – war die Instandsetzung eine große Herausforderung – auch in finanzieller Hinsicht. Dennoch entschloss sich die Jesuitenkommunität zu einer Komplettrestaurierung, die durch das Bundesdenkmalamt durchgeführt wurde. Um eine neuerliche Beschädigung durch eine Lagerung zu vermeiden, wurde beschlossen, das Bild dauerhaft in der Kirche zu präsentieren. So hängt es nun im Altarraum und ist dort nicht nur ein schönes Zeichen für den Erhalt wertvollen Kulturguts, sondern auch ein Anlass, innezuhalten.
Maria Magdalena umfasst die Füße Jesu, seine Mutter Maria blickt zu ihm empor, Johannes öffnet die Hände zum Betrachter hin, eine hilflose Geste, die er mit einem fragenden Blick unterstreicht. Die Engel weinen, ihre Augen sind rot umrandet. Das Bild drückt die Erschütterung aus, die der nahende Tod Jesu auslöst.