Kopf der Woche: Thomas Mann, Mitglied des EU-Parlaments
Ausgabe: 2010/11, Europa, Sonntag, Kopf der Woche, Thomas Mann, EU-Parlament, Brüssel, CDU, Familien, freier Sonntag, Christ und Politiker, EU-Sozialkommissiar, Laszlo Andor, Allianz für den freien Sonntag
18.03.2010
- Hans Baumgartner
Am 24. März findet im EU-Parlament in Brüssel die erste europäische Konferenz zum Schutz des freien Sonntags statt. Thomas Mann ist einer der Initiatoren.
Der deutsche Europaabgeordnete Thomas Mann (64) hat seine Wurzeln in der Jungen Arbeitnehmerschaft und in den „Sozialausschüssen“ der Christ-demokraten (CDU). Aus vielen Gesprächen und Betriebsbesuchen wisse er, was es heißt, wenn Menschen häufig an Sonntagen arbeiten müssen. „Darunter leiden die Familien, die sozialen Kontakte, die Gesundheit. Der Mensch“, so Mann, „darf nicht zur stets verfügbaren Arbeitsmaschine werden; er braucht auch Zeit für Gemeinschaft, für sich selber – und für Gott.“ Immer öfter, so sagt er, höre er auch von Klein- und Mittelunternehmen (KMU), dass sie von den Großen in die Sonntags-Öffnungs-Spirale hineingetrieben würden. „Deshalb ist es mir wichtig, dass wir auch die KMU in die Sonntags-Debatte mit einbinden. Auch weil sie die meisten Ausbildungs- und Arbeitsplätze schaffen – und nicht die Großen, die dann – oft mit Billiglohnarbeitern – am Sonntag das Geschäft machen.“
Ausloten. Die erste Europäische Konferenz zum Schutz des freien Sonntags hat Mann als „Christ und Politiker“ gemeinsam mit der SP-Abgeordneten Patrizia Toia (Italien) in Gang gebracht. Über 200 Vertreter/innen von mehr als 40 Organisationen (Gewerkschaften, Parteien, Kirchen etc.) haben ihr Mittun zugesagt, auch der EU-Sozialkommissar Laszlo Andor. Aus Österreich ist u. a. die „Allianz für den freien Sonntag“ vertreten. „Unser Ziel ist es, die Möglichkeit für eine breite europäische Sonntagsinitiative auszuloten“, sagt Mann.
Thomas Mann: „Es gibt viele gute Argumente zu sagen, hört auf damit, den Sonntag kaputt zu machen. Deshalb streben wir eine breite Allianz von Gewerkschaften, Klein- und Mittelunternehmen, Kirchen und Parteien an, damit der freie Sonntag ein gesamteuropäisches Thema wird.“