Kinder in der Volksschule Roith binden die Palmbuschen. Zu keiner Zeit sind Leid und Freude so nahe beisammen wie gerade in der Karwoche – und in der Kirche der Gegenwart.
Am Palmsonntag wird in den Kirchen die Leidensgeschichte Jesu gelesen. Der Tiefpunkt des Glaubens – dass Christus sogar von seinen Freunden verraten wurde – und die unglaubliche Botschaft der Auferstehung liegen ganz eng beisammen. „Ihr habt das Vertrauen verraten“, hat Papst Benedikt in seinem lange erwarteten Hirtenwort an jene Priester, die Kinder missbraucht haben, geschrieben und zu echter Reue aufgerufen. Wie es das Einstehen zu Schuld und Versagen braucht, braucht es das Zeugnis für die Hoffnung. Sie befähigt zu echter Umkehr, auch zu einer Erneuerung der Kirche. Diese richtet sich an beidem aus: am Kreuz und am offenen Grab. Zu Recht binden die Kinder von Roith ihre Palmbuschen. Missbrauch, Gewalt und Tod hätten sonst das letzte Wort.