Schlösser, Bauernhöfe, Kirchen, Troadkasten und Marterl sind mit sämtlichen Details erfasst. Die Geschichte der einzelnen Gemeinden wurde seit 1939 recherchiert: Kürzlich erschien das mehr als 1000 Seite starke Buch über die „Kunstdenkmäler des Gerichtsbezirkes Wels“.
Das Buch ist als 58. Band der Österreichischen Kunsttopographie erschienen und wird am 8. April um 16 Uhr im Pfarrhof Buchkirchen präsentiert. Der Band umfasst die Gemeinden Buchkirchen, Fischlham, Gunskirchen, Holzhausen, Krenglbach, Marchtrenk, Pichl, Sattledt, Schleißheim, Sipbachzell, Steinhaus, Thalheim und Weißkirchen. Gut 2500 Gebäude – Kirchen, Schlösser und Pfarrhöfe ebenso wie Bauern- und Bürgerhäuser – finden sich in dem prächtigen Band aufgelistet und (vielfach auch mit aussagestarken Schwarzweiß-Fotografien) dokumentiert.
70 Jahre. Die bereits 1907 vom K.k.-Generalkonservator Max Dvorák begonnene Österreichische Kunsttopographie hat die Erfassung, Erforschung und Dokumentation des heimischen Denkmalbesitzes durch das Bundesdenkmalamt zum Ziel. Im Fall des Gerichtsbezirkes Wels brauchte es sieben Jahrzehnte, um dieses Ziel zu verwirklichen, denn schon 1939 wurde die Arbeit erstmals aufgenommen. Doch erst 1972 machte sich ein Forschungsteam um den Welser Historiker Kurt Holter ernsthaft daran, die Kunstschätze zu erfassen. Die jahrzehntelange Tätigkeit wurde nun mit dem Erscheinen des Werkes abgeschlossen. Als Redakteurin zeichnet Dr. Margareta Vyoral-Tschapka verantwortlich, die sich seit 1978 in mühevoller Kleinarbeit und bei vielen Besuchen mit der Bau-, Kirchen-, Kultur-, Kunst- und Sozialgeschichte der Welser Gegend auseinandergesetzt hat.
Wels: herausragende Stellung. Der Raum um Wels ist nicht nur eine Kernregion unseres Bundeslandes und der Diözese, sondern nimmt auch eine herausragende Stellung in der Kultur- und Kunstgeschichte des „Landes ob der Enns“ ein. Der jüngste Band der Kunsttopographie ist für Bibliotheken, Archive und Historiker/innen unverzichtbar. Darüber hinaus ist er eine sprudelnde und zuverlässige Informationsquelle für alle, die aus persönlichem Interesse oder zum Zweck der Heimat- bzw. Familienforschung mehr über einen Ort, eine Pfarre, Ortschaft oder einzelne Gebäude erfahren wollen.
Von der Dachform bis zum Hausnamen. Bauliche Angaben z.B. Hofform, Dach- und Türformen, finden sich ebenso wie geschichtliche Daten – Erbauung, Umgestaltungen, heutiger Bestand – und die detaillierte, liebevolle Beschreibung der Innenausstattung. Letzteres betrifft vor allem die Kirchen, darunter so bekannte wie Fischlham, Maria Fallsbach, Pichl oder Schauersberg sowie Pfarrhöfe und die – leider wenigen – original erhaltenen Bauernhöfe. Sollten eines Tages nicht nur die Hausnamen, sondern auch weitere alte Gebäude in den Gemeinden um Wels verschwunden sein, dann wird noch immer diese Kunsttopographie Auskunft über sie geben können.
- Preis: Euro 95,–. Der Band ist im Buchhandel (ISBN 978-3-85028-477-6) oder direkt beim Verlag Berger erhältlich: www.verlag-berger.at.