Es gibt sie: Tolle Familien, in denen alles passt. Die Eltern angesehen. Die Kinder von jung auf engagiert. Aus „gutem Hause“ eben. Es gibt auch sie: Familien, in denen nichts läuft. Die Mama krank. Der Vater ohne Arbeit. Und dann auch noch das: eines der Kinder hat ein krummes Ding gedreht. Eine gute Familie und eine Problemfamilie also? Keineswegs. Denn jetzt erst beginnt, was Familie ausmacht: Wie sie mit Versagen umgeht. Die katholische Kirche ist zurzeit wohl eher eine „schwierige“ Familie, in der nichts läuft: Missbrauch, Schuld. Möglicherweise auch nicht optimal organisiert. Am Beginn der Missbrauchs-Krise wurde das Evangelium vom barmherzigen Vater gelesen: Vom Sohn, der ein Versager war, und dass ihn der Vater trotzdem mit offenen Armen aufnahm. Es wäre zu verlockend, sich von Schuldigen einfach zu distanzieren, als ob man mit diesen nie etwas zu tun gehabt hätte! Das Evangelium ist auch Maßstab im Umgang mit Schuld. Die Kirche hat dabei diese gewaltige Botschaft im Gepäck: Umkehr ist möglich. Es gibt einen Weg dorthin. Es geht auf Ostern zu. Nicht an die Selbsterlösung, an die Erlösung durch Christus glauben die Christen.