Der traditionelle Wiener Schweigemarsch für verfolgte Christen, der alljährlich von der Menschenrechtsorganisation „Christian Solidarity International“ (CSI) veranstaltet wird, stellte heuer die schwierige Situation der koptischen Christen in Ägypten in den Mittelpunkt. Ehrengast beim Marsch am 19. März war der Generalbischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Anba Damian. Der in Kairo geborene Bischof kritisierte die seit den 1980er Jahren steigenden Übergriffe und Diskriminierungen der Kopten und die Untätigkeit der Sicherheitskräfte in Ägypten. Dass es in diesem Zeitraum 42 schwere Gewaltakte gegeben habe, sei beklagenswert; schlimmer aber sei die Tatsache, dass die Täter nicht zur Verantwortung gezogen würden. Komme es umgekehrt zu einer Straftat eines Christen, reagiere die Justiz, die in Ägypten seit der Zeit des Friedensnobelpreisträgers Präsident Anwar el-Sadats per Verfassung auf der Scharia fußt, rasch mit strengen Sanktionen. Verantwortlich für die Gewalt gegen die seit den Anfängen des Christentums in Ägypten präsente koptischen Kirche machte Damian die Hasspredigten vieler Imame