Er hat den Seinen die Füße gewaschen – und er hat mit ihnen das Abendmahl gegessen. Mein Leib – mein Blut – für euch! Christen feiern dieses Gedächtnismahl bis heute – mit „Wandlungsworten“ in der Mitte. Ein schlichtes, in der Grammatik fast unscheinbares Wort ist es, auf das es ankommt: „Für“. In diesem Wort steckt die ungeheure Veränderungskraft, die sich dem Glaubenden öffnet. Wer sein Leben für jemanden lebt, wird das, was er gibt, nicht mehr als Verlust erfahren, sondern als die eigentliche Erfüllung. Die Frage nach dem Sinn beantwortet sich in diesem Für. Wie würde das die Welt verändern, wenn Menschen nicht mehr ihre Machtansprüche zementieren und ihre Positionen absichern würden, sondern wenn sie sich im Füreinander-Leben begreifen würden. Die Kirchen propagieren diese Wandlung seit langem – und tun sich doch schwer damit. In Zeiten, in denen es der Kirche vorwiegend um ihre eigene Herrlichkeit ging, kam sie in die Krise. Ihr Auftreten passte nicht mehr zur Wandlungsbotschaft. Doch es gab sie immer wieder, die Menschen, die dieses Für-Sein an die vorderste Stelle rückten. Ein Franz von Assisi, ein Oscar Romero … Da wurde Verwandlung sichtbar und Wandlung wahr.