Kopf der Woche: Bischof Johannes Friedrich, München
Ausgabe: 2010/13, Kopf der Woche, Ökumenischer Kirchentag, Johannes Friedrich, Gastgeber für Kirchentag, Bischof Johannes Friedrich, Ökumene, München, Bayern,
31.03.2010
- Hans Baumgartner
Vom 12. bis 16. Mai findet in München der 2. Deutsche Ökumenische Kirchentag statt. Der evangelische Bischof Johannes Friedrich ist gemeinsam mit Erzbischof Reinhard Marx Gastgeber.
„Ich freue mich schon auf den Kirchentag, denn er wird ein starkes Zeichen dafür sein, dass uns Christen viel mehr verbindet als uns trennt“, sagt Johannes Friedrich (61). Seit 1999 ist er Bischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern. Der Kirchentag ist in seinem kirchlichen und persönlichen Leben ein herausragendes Ereignis. Denn obwohl ihm die Entwicklung einer „evangelische Spiritualität und Kirchlichkeit“ im katholischen Bayern immer ein besonderes Anliegen waren, gilt er als einer der profiliertesten Ökumeniker seiner Kirche. „Ich hatte das große Glück“, sagt Friedrich, „dass ich auf allen meinen beruflichen Stationen katholische Kollegen traf, mit denen ich mich außerordentlich gut verstanden habe und die ökumenisch sehr aufgeschlossen waren.“
Auftrag Jesu. Die Ökumene ist für Friedrich nicht nur die persönliche Erfahrung, „wie bereichernd und schön es ist, wenn wir gemeinsam etwas machen“, sie ist für ihn der unumstößliche Auftrag Jesu „eins zu sein“. „Und da ist in den vergangenen 40 Jahren unglaublich viel geschehen, an der Basis ebenso wie in der offiziellen Dialogökumene und im Vertrauen zueinander.“ Besondere Erfahrungen hat Friedrich als Propst der deutschsprachigen Gemeinde in Jerusalem gemacht – im Dialog mit den zahlreichen christlichen Kirchen als auch mit Juden und Muslimen. In enger Zusammenarbeit mit der Dormitio-Abtei hat er dort vor 20 Jahren einen Ökumenischen Kirchentag begründet. (Siehe auch Panorama.)
Dr. Johannes Friedrich: „Der Ökumenische Kirchentag ist eine wunderbare Gelegenheit, gemeinsam den Glauben zu feiern. Er soll aber auch zeigen, dass wir als Christen bereit und fähig sind, gemeinsam Antworten auf die Probleme der Gesellschaft zu geben.“