Ausgabe: 2010/13, Nachzügerlin, Vorreiterin, Deutscher Kinderschutzbund, Missbrauchsdebatte, Kampf gegen Missbrauch, Gewalt, Handlungsbedarf, Kommentar, Kommentare, Baumgartner, Huber, Rebellen, Kongo, Dorfbewohner, Nordost-Kongo, Joseph Kony, UN-Truppen, Den Haag
31.03.2010
Vorreiterin statt Nachzüglerin
Der Deutsche Kinderschutzbund hat die öffentliche Missbrauchsdebatte kritisiert. Es werde zu viel über Vorfälle debattiert, die zum Großteil Jahrzehnte zurücklägen, aber nicht über den dringenden Handlungsbedarf heute. Denn Missbrauch und Gewalt gegenüber Kindern fänden in einem erschreckenden Ausmaß auch in unseren Tagen statt – und zwar viel häufiger in Familien als in Schulen, Heimen oder kirchlichen Einrichtungen. Die Kirche soll diese Mahnung nicht als „Entlastung“ sehen. Vielmehr soll sie darin – auch als Mitbetroffene – einen Auftrag erkennen, beim Kampf gegen Missbrauch und Gewalt gegenüber Schwachen entschlossen voranzugehen – statt hinterherzuhinken.
Hans Baumgartner
Rebellen können ungehindert wüten
Im Dezember 2009 sind mehr als 300 Dorfbewohner im Nordosten der Republik Kongo von den Rebellen der Lord Resistance Army (LRA) brutal niedergemetzelt worden. Wie kann es sein, dass solch ein Massaker erst nach drei Monaten bekannt wird? Und es ist nicht das erste Mal, dass die LRA, die aus Uganda vertrieben wurde, im Nordost-Kongo wütet. Gegen Rebellenführer Joseph Kony liegt seit 2005 ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichts in Den Haag vor. Wie kann es sein, dass der Kriegsverbrecher bis heute nicht gefasst und zur Verantwortung gezogen wurde? Wie kann es sein, dass sowohl die Regierung des Landes als auch die UN-Truppen nichts tun, um die Sicherheit der Leute zu gewährleisten? Offensichtlich gelten für die an Rohstoffen reiche Region andere Gesetze.