Vergesst „Linz 09“, der wirkliche Kulturleckerbissen kommt zum heurigen Linz-Fest: Am 23. Mai wird die FM4-Bühne von der kanadischen Supergroup Broken Social Scene bespielt – ein Highlight, das diese Stadt schon lange nicht mehr gesehen hat. Und dieser Tage hat die Gefolgschaft rund um Kevin Drew mit „Forgiveness Rock Record“ auch ihr neues Album veröffentlicht. Mit eindringlichen Gitarrensounds und einem Haufen Bombast wirft sich die Band in „World Sick“ und wir sind mitten im Kosmos der Broken Social Scene, einem Mix aus experimentierfreudigem Pop, Krautrock, Grungegelärm und einer Prise elektronischer Spielerei. „Texico Bitches“ hüpft uns mit einer Leichtigkeit entgegen, welche gleich darauf vom Wall-Of-Sound von „Forced To Love“ verschluckt wird. Das von elektronischen Hi-Hats dominierte „All To All“ wird durch Lisa Lobsingers Stimme jeglicher Kühle und Sterilität enthoben und wirkt auf eine Weise entrückt, als käme der Song direkt aus einer Märchenwelt. Nachdem die fröhlichen Bläser von „Art House Director“ wieder wachgerüttelt haben, biegt das Album in den verspielten, ziellos dahinwabernden „Highway Slipper Jam“ ein. Hochspannung erwartet uns dann wieder auf der Zielgeraden des Albums, wenn die Gastsängerinnen Amy Millan und Leslie Feist zu einer computergenerierten Soundcollage „Sentimental X’s“ trällern.Das finale „Me And My Hand“ bleibt hingegen irgendwo nutzlos im Raum hängen. Trotzdem ist „Forgiveness Rock Record“ das eingängigste und ambitionierteste Werk der Broken Social Scene. Linz-Fest, du kannst kommen!
- Broken Social Scene – Forgiveness Rock Record (erschienen bei City Slang)