Wenn Pflanzen-Abfall nicht verfault, sondern als Kompost angesetzt wird, ist er ein wertvoller Dünger für jeden Garten.
Für guten Kompost ist schon der Standort ein Kriterium. „Die Kompostanlage gehört in eine schattige Lage, sonst trocknet das zu sehr aus“, erklärt Br. Franz Unger von den Schulbrüdern in Bad Goisern. Der Gärtnermeister gibt den Tipp, Komposthaufen in die Nähe des Gemüsegartens zu platzieren. Am besten unter höhere Bäume, die Schatten spenden. Wenig geeignet ist eine Bodensenke, wo das Regenwasser schlecht abrinnen kann.
Leben für den Boden. Den hohen Wert von Kompost unterstreicht Br. Franz mit Sprüchen wie: „Kompost ist die Sparbüchse des Landwirts und des Gärtners“ oder „Kompost heilt kranke und leblose Böden“. Die erste Regel, damit aus Abfall „das Gold des Landwirts“ wird, lautet: Ein guter Kompost entsteht durch „Verrotten“ und nicht durch „Verfaulen“. Schon beim Zusammensetzen muss man darauf achten, dass genügend gröberes Material für eine gute Belüftung sorgt – dünne Astteile, Sträucherschnitt oder Stroh sind hier gefragt. Kompost braucht Feuchtigkeit. Wenn es länger nicht regnet, muss er überbraust werden. Verwendet werden pflanzliche und tierische Abfälle. Nicht auf den Kompost gehören: Gekochte und fette Speisereste und schwer verrottbares Laub. Pflanzen, die von hartnäckigen Krankheiten befallen sind, kommen auch nicht dazu, etwa rostbefallene Pflanzenteile, von Mehltaupilzen oder Feuerbrand befallene Pflanzen, Frucht- und Astmonilia.
Luft macht Hitze. Für mehr Luftzufuhr muss der Kompost öfter umgesetzt werden. Durch Oxidationsprozesse erhitzt sich das Material auf etwa 70 Grad. „Je mehr Luftzufuhr, desto besser arbeiten die angesiedelten Lebewesen, die Mikroben“, erklärt Bruder Franz. Er weiß auch, wie man fertigen Kompost erkennt: „Wenn wir nach Ablauf der Rottezeit den Kompost anstechen und in dunkelbraune Erde greifen, dann haben wir reifen Kompost vor uns.“