Katholische Frauenbewegung Österreichs unterstützt benachteiligte Frauen in Indien
Ausgabe: 2010/21, Ökologie, Soziales, Katholische Frauenbewegung, benachteiligte Frauen in Indien, Verschränkungen, kfbö, Wasseraufbereitung, Frauenermächtigung, REMEDE, Familienfasttag, EZA-Referentin, Barbara Wandl
26.05.2010
Ein entwicklungspolitisches Hilfsprojekt der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfbö) in Indien verbindet Wasseraufbereitung mit Frauenermächtigung.
Bei einem Pressegespräch in Wien erläuterte der Direktor der kfbö-Partnerorganisation „REMEDE“, T. M. Gowrisankar, das Engagement seiner Organisation. Dieses komme vor allem den benachteiligten Frauen im vom Klimawandel stark betroffenen südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh zugute.
Verschränkungen. Mit Qualifizierung in den Bereichen Wasserwirtschaft, Getreideanbau und Hygiene, aber auch durch die Ermutigung, bei den zuständigen Behörden eigene Rechte einzufordern, habe die Lebenssituation vieler Frauen und Kinder deutlich verbessert werden können, so Gowrisankar. Er erklärte, dass ökologische und soziale Anliegen erfolgreich verschränkt würden. Dennoch seien die Probleme der von immer längeren Dürrezeiten heimgesuchten Region vielfältig. Die Bewohner der 15 in das „REMEDE“-Projekt eingebundenen Dörfer lebten traditionell von Landwirtschaft, die durch das Absinken des Grundwasserspiegels, durch den gesundheitsgefährdenden Einsatz von Pestiziden und den ökologischen Raubbau der wenigen Großgrundbesitzer allerdings immer mühsamer werde. Die Männer wanderten vielfach auf der Suche nach Arbeit in Städte ab, die zurückgebliebenen Frauen müssten für Hungerlöhne von umgerechnet 50 Cent pro Tag auf den Feldern arbeiten. Viele seien Indigene und sogenannte „unberührbare“ Dalits, hätten keine Schulbildung und seien es nicht gewohnt, Rechte wie jenes auf einen Brunnen im Dorf oder auf Schutz vor häuslicher Gewalt auch tatsächlich in Anspruch zu nehmen.
Fördern. Genau dies möchte die Katholische Frauenbewegung mit den Spendengeldern der Aktion „Familienfasttag“ fördern: Barbara Wandl, EZA-Referentin der kfbö, betonte, die Projekte in Indien setzten seit langem auf Ermächtigung statt Almosen. Konkret bedeute dies in Andhra Pradesh, man nehme über spendenfinanzierte Bildungsarbeiterinnen lieber den Staat in die Pflicht als Brunnenbohrungen zu bezahlen. Aktivitäten wie Regenwassersammeln und Wasserrationierungen hätten zudem den positiven „Nebeneffekt“, dass sie durch die erforderliche Solidarität das hinduistische Kastendenken unterminierten.