In der thailändischen Hauptstadt Bangkok haben sich am 19. Mai die Anführer der oppositionellen „Rothemden“ nach einem gewaltsamen Vorgehen der Armee nach mehr als zwei Monaten ergeben. Bei der Erstürmung ihres Prostestlagers kamen laut Medienberichten drei Menschen ums Leben. Befürchtet wird nun, dass die Niederschlagung der Proteste zu einem Untergrundkampf führen könnte. Damit die Krise auf friedlichem Weg überwunden werden kann, haben Religionsvertreter eine Vermittlerrolle angeboten. Kirchenvertreter müssten allerdings vorsichtig sein, warnt Ernst Kryschak, Pfarrer der deutschsprachigen katholischen Gemeinde Sankt Marien in Bangkok. „Aus meiner Sicht müssen sich die christlichen Kirchen da raushalten. Denn auf welche Seite sollen sie sich schlagen? Wenn sie für die ,Rothemden‘ sind, wirft man den Kirchen vor, sie seien gegen das Volk. Sind sie für die Regierung, heißt es, sie unterstützen die Bourgeoisie. Die Kirchen beten hingegen für die Wiederversöhnung und rufen zum Frieden auf. Sie appellieren an thailändische Tugenden wie beispielsweise Rücksicht“, so Kryschak.