Andreas Fogarasis Skulpturen laden zu einem kritischen Blick auf die Gesellschaft ein. Dafür wurde er mit dem Otto-Mauer-Preis 2016 ausgezeichnet.
Ausgabe: 2017/02
10.01.2017
- Christine Grüll
Die Plattform war öffentlich zugänglich und versprach einen Blick auf das Panorama von Istanbul. Doch das Gegenteil war der Fall. Die Sicht wurde durch einen Ring blockiert, auf dem verschiedene Texte in Englisch und Türkisch zu lesen waren. Sie luden dazu ein, sich über schriftliche Beobachtungen den Bildern der Stadt zu nähern und sich bewusst zu machen, dass sie immer auch vom Aussichtspunkt abhängig sind. Der Blick von der Landesgrenze her unterscheidet sich eben vom Blick von der einen Straßenseite auf die andere.
Skulptur im öffentlichen Raum
Die architektonische Installation „Panorama (The Right oft View)“ war 2010 eine der touristischen Attraktionen in Istanbul. Die Arbeit ist Teil eines vielfältigen Werks, für das Andreas Fogarasi im Dezember mit dem Otto-Mauer-Preis 2016 ausgezeichnet wurde. Die Jury unter dem Vorsitz von Gustav Schörghofer SJ würdigte die hochästhetischen Installationen, in denen Andreas Fogasari auf Medien wie Fotografie, Video, Skulptur und typografische Elemente zurückgreift. Weiters wurde die Übertragung von historischen und gesellschaftspolitischen Gegebenheiten vor allem in der Türkei, Ungarn oder Russland in eine künstlerische Form besonders hervorgehoben. Mit dem Preis in Erinnerung an den 1973 verstorbenen Priester und Kunstsammler Otto Mauer wird jährlich das gesamte bisherige Werk einer Künstlerin oder eines Künstlers unter 40 Jahren ausgezeichnet. «
- Die Ausstellung „Modelle“ ist noch bis 17. Jänner 2017 im Jesuitenfoyer, Bäcklerstraße 18, Wien zu sehen.
Zur Person
Mexico City, Los Angeles, Sofia und Wien – Andreas Fogarasi stellt zurzeit in aller Welt aus. Der in Wien lebende Künstler wurde 2007 (mit 30 Jahren) mit dem Goldenen Löwen für seinen Beitrag im ungarischen Pavillon auf der 52. Biennale in Venedig ausgezeichnet. Er studierte Architektur an der Universität für Angewandte Kunst sowie an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und ist Mitherausgeber von „dérive. Zeitschrift für Stadtforschung“.