Lange Zeit nach 1945 waren die Opfer des Nationalsozialismus kein Thema in der österreichischen Öffentlichkeit. Daran erinnerte Mag. Hannah Lessing, Generalsekretärin des Nationalfonds der Republik Österreich, bei der Gedenkfeier in Hartheim.
In Hartheim gedachte man am 1. Oktober der Opfer der NS-Euthanasie sowie der Gefangenenmorde an Häftlingen der KZ Mauthausen, Gusen und Dachau und der ermordeten Zwangsarbeiter/innen. Einen Tag später traf sich im Bildungshaus Schloss Puchberg das „Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus“. – Eine wichtige Initiative der Zivilcourage, die nicht schweigt, wenn Menschenrecht und Demokratie bedroht sind.
Netzwerktreffen. Nach Puchberg kamen 130 Vertreter/innen von 58 politischen, kirchlichen, kulturellen und humanitären Organisationen aus ganz Oberösterreich zum Jahrestreffen des Netzwerkes. Sein Sprecher, Robert Eiter, konnte berichten, dass die OÖ Pfadfinder und Pfadfinderinnen sowie die Initiative M.u.T. (Menschlichkeit und Toleranz) aus Ried im Innkreis dem Netzwerk beigetreten sind. Das Hauptreferat hielt ein außergewöhnlicher Zeitzeuge – der Holocaust-Überlebende Jonny Moser. Er war 1944 in Budapest die rechte Hand des schwedischen Gesandten Raoul Wallenberg und half diesem, tausende Jüdinnen und Juden vor der Vernichtung zu retten. Jonny Moser ist heute noch als Antifaschist und Historiker tätig.
Konsequenter sein. Die Tagungs-Teilnehmer/innen kritisierten den halbherzigen Umgang von Landesregierung, Sicherheitsbehörden und Strafjustiz mit dem Rechtsextremismus. So fordert das Netzwerk eine konsequente Fahndung nach neonazistischen Tätern, die behördliche Auflösung des braunen Jugendclubs „Objekt 21“ in Desselbrunn sowie die Anklageerhebung gegen die Aktivisten der Nationalen Volkspartei und der „Bunten“.