Kreuzschwestern der Provinz Europa Mitte stellen ihre Leitlinien vor
Ausgabe: 2010/43, Jesus, Kreuzschwestern, Provinzen, Provinz Europa Mitte, Zechner, Schachinger
28.10.2010
- Josef Wallner
Nach dem Zusammenschluss von sechs Kreuzschwesternprovinzen und einem Vikariat zur Provinz Europa Mitte im Oktober 2007 hat die Ordensgemeinschaft nun für ihre 5000 Mitarbeiter/innen Leitlinien erarbeitet. Diese wollen beitragen, dass der Geist der Kreuzschwestern in den 44 Werken des Ordens lebendig bleibt.
Die Zahl ist beeindruckend: 714 Kreuzschwestern gehören in Österreich, Bayern, Slowenien und Ungarn dem Orden an. Doch die Schwestern sind großteils in einem Alter, wo sie nicht mehr aktiv oder leitend in ihren Einrichtungen tätig sein können. Dass das Charisma des Ordens dennoch weiterlebt, dazu dienen die Leitlinien, die am 21. und 22. Oktober in Wels präsentiert wurden, erklärt Provinzoberin Sr. Maria Bosco Zechner. „Was Bedürfnis der Zeit, ist Gottes Wille“, hat der Gründer der Kreuzschwestern, P. Theodosius Florentini, als Leitwort geprägt und gemeinsam mit Sr. Maria Theresia Scherer (1825 bis 1888) in die Praxis umgesetzt. „Jede Not ist ein Anruf an uns“, präzisiert Sr. Maria Bosco: „Unsere Antwort darauf muss in einer qualitätsvollen Art erfolgen – egal ob in Schule, Spital, Altenheim, wo auch immer. – Auf Betreuung mit Qualität hat unser Gründer von Anfang an Wert gelegt. Bei uns besitzt daher der Bildungsbereich eine hohen Stellenwert – für die Schwestern und alle Mitarbeiter/innen.“
Pastoralteams zur Umsetzung. Dass in großen Betrieben wie dem Klinkum Wels-Grieskirchen mit seinen 3500 Mitarbeitern der „Anruf der Not“ schwierig in den Alltag eines Spitals mit seinen wirtschaftlichen Zwängen umzusetzen ist, gibt die Provinzoberin unumwunden zu: „Aber dazu sind Leitlinien da, dass sie herausfordern.“ Schon der erste Leitsatz beweist das: „Wir orientieren uns an Jesus Christus und seiner Botschaft. Sein Leben ist uns Vorbild im Umgang mit den Menschen.“ Um diese beiden Sätze haben die Kreuzschwestern gerungen, ob man auch kirchenferne, atheistische und muslimische Mitarbeiter darauf verpflichten kann. „So wie Jesus in seiner Zeit provokant war, wie er heute für Kirche und Gesellschaft provokant ist, wollen wir uns und unsere Mitarbeiter mit seiner Botschaft konfrontieren“, betont Sr. Maria Bosco. Als Beispiel aus Jesu Botschaft greift sie seinen Ruf zum Verzeihen heraus. Damit die sieben Leitsätze nicht bloß Text in einer reich bebilderten Broschüre bleiben, sollen Pastoralteams in den einzelnen Werken eingerichtet oder, wo es sie gibt, gestärkt werden, erklärt Sr. Maria Bosco.