In Oberösterreich leben etwa 500 bis 1000 arbeitslose „U-Boot“-Jugendliche, die aufgrund verschiedenster Probleme von niemandem betreut werden. – Dies wurde bei der Enquete der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung am22. Oktober im Wissenstum Linz aufgezeigt.
Das Geld reicht nicht. „Wir haben Zwölfjährige mit Burn-out-Syndrom, motivierte arbeitslose Akademiker und bildungsferne Menschen ohne Perspektive“, warnte Beate Großegger, Leiterin des Instituts für Jugendkulturforschung: Werner Leixnering, Leiter der Jugendpsychiatrie in der Landesnervenklinik, nannte als häufigste psychische Probleme bei Jugendlichen Angststörungen. Die Jugendlichen brauchen Begleitangebote und Möglichkeiten zu sinnvoller Tätigkeit mit sozialem Mehrwert. „Es wird künftig mehr Jugendliche geben, die es nicht in die Arbeitswelt schaffen. Unsere Instrumente reichen vielleicht, aber das Geld nicht“, sagte Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Ackerl, Sozialreferent des Landes OÖ.
Ringen um die Finanzierung 2011. Mit dem niederschwelligen Projekt „ju-can“ kann die Stiftung auf ein nun gut erprobtes Modell der Berufseingliederung arbeitsloser Jugendlicher verweisen: 17 Teilnehmer/innen mit zum Teil großen Benachteiligungen haben teilgenommen; derzeit sind noch sechs aktiv. Mit zwei Ausnahmen haben alle anderen einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz gefunden. Christian Winkler, Geschäftsführer der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung, wünscht sich, „dass wir im nächsten Jahr mit dem Projekt fortfahren können – derzeit ist etwa die Hälfte davon finanziert.“