Ausgabe: 2010/46, Ried, M, T, Tolzeranz, NS, SS, Plattform, Fremdenfeindlichkeit
17.11.2010
- Ernst Gansinger
Es braucht in unserer Zeit Mut, für M.u.T. – Menschlichkeit und Toleranz – zu stehen.
Sorge um Toleranz. Am 9. November präsentierte sich in Ried/I. die Plattform „M.u.T.“ – Menschlichkeit und Toleranz – als Antwort auf zunehmende neonazistische Aktivitäten und Fremdenfeindlichkeit. Der Plattform gehören auch Vertreter kirchlicher Einrichtungen an, etwa vom Bildungszentrum St. Franziskus, vom Treffpunkt der Frau und auch der evangelische Pfarrer Mag. Tom Stark.
Auf die Geschichte schauen. „Breiten Gesellschaftsschichten ist es ein Anliegen, eine Basis für eine Zusammenarbeit zu bilden, die eine Bürgerstimme für Toleranz und Menschlichkeit, für Demokratie und Frieden bildet. Besser wird dies gelingen mit dem Wissen aus der Geschichte: Die Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus brachte Not und Tod.“ – So lud M.u.T. zur Auftakt-Veranstaltung ein.
Straßen nach NS-Opfern benennen. M.u.T will unter anderem gelungenen Projekten zu Menschlichkeit und Toleranz, Fairness und Konfliktlösung, Verständigung und Frieden eine Bühne für das Gute geben. So eine Bühne war der M.u.T.-Auftakt in Ried. Im Vorfeld schon forderten Student/innen des Gymnasiums, die über NS-Todesopfer aus Ried eine Ausstellung gestaltet haben, dass in Ried Straßen nach diesen NS-Opfern benannt werden: Ludwig Bernegger, Camilla Estermann (die 1907 bis 1916 Redemptoristin in Ried war), Ernestine Grüner, Franz Heger, Ernst Kienel, Sr. Aloisia Krampitz, Franz Mittendorfer, Georg Neulentner, Charlotte Taitl. Bürgermeister Albert Ortig äußerte sich dazu positiv. M.u.T wird auch Partner der zeitgeschichtlichen Reihe „Die Vergangenheit ist nicht tot. Sie ist nicht einmal vergangen“ sein. Der nächste Termin ist schon am Donnerstag, 18. November, um 20 Uhr im Bildungszentrum St. Franziskus. Hannes Koch wird über die drei NS-Konzentrationslager im Bezirk Vöcklabruck referieren.